|
Ölunfälle: Langlebiger Ölteppich
im Untergrund
Mit der Beseitigung der oberflächlichen
Spuren sind die Folgen eines Ölunfalls auf See längst
nicht ausgestanden, haben amerikanische Chemiker entdeckt.
(jkm) -Wie die Forscher im Fachblatt
"Environmental Science and Technology" berichten, finden
sich drei Jahrzehnte nach einem Schiffsunglück noch Ölreste
im Sediment. Nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche gelegen,
beeinflusst dieser unsichtbare Ölteppich auch heute noch
die Umwelt.
Christopher Reddy von der Woods
Hole Oceanographic Institution und seine Kollegen untersuchten
einen 36 Zentimeter langen Sedimentbohrkern, den sie aus einer
Salzmarsch nahe der Stadt West Falmouth im US-Bundesstaat Massachusetts
gezogen hatten. Im Jahr 1969 war dort der Frachter "Florida"
auf Grund gelaufen und hatte Meer und Strände mit rund 650.000
Litern Öl verschmutzt.
Weder in den oberen noch in den
unteren Schichten des Kerns fanden sich Spuren von Öl, berichten
die Forscher. Zwischen sechs und 28 Zentimetern Tiefe stießen
sie dagegen auf Kohlenwasserstoffe in ähnlicher Konzentration
und Zusammensetzung, wie sie unmittelbar nach dem Unglück
gemessen worden waren.
"Reste von damals ausgelaufenem
Erdöl sind dreißig Jahren später noch in den Sedimenten
zu finden und werden dort vermutlich für alle Zeiten verbleiben",
erläutert Reddy. Die langfristigen biologischen Folgen der
Ölverschmutzung seien unbekannt, in den Sedimenten lebende
Tiere könnten aber hohen Konzentrationen von einigen der
Substanzen ausgesetzt sein. "Diese Studie zeigt, dass Ölunfälle
einen langfristigen Einfluss auf Küsten haben", so der
Forscher.
|