|
Spanien: Mehr Regen an der Mittelmeerküste
Die Chancen, vor dem schmuddeligen
Herbstwetter in den Süden zu fliehen, stehen schlecht
zumindest, wenn man an der spanischen Mittelmeerküste Zuflucht
sucht. Dort ist das Wetter in den letzten Jahrzehnten immer regnerischer
geworden.
(jkm) - Dies hat jetzt Clare Goodess
von der britischen University of East Anglia nachgewiesen. Die
Klimaforscherin der dortigen Climatic Research Unit wertete die
spanischen Niederschläge von 1958 bis 1997 aus. Dabei zeigten
sich zwei gegensätzliche Tendenzen: Einerseits nahm in weiten
Teilen Spaniens die Trockenheit zu, andererseits fiel insgesamt
deutlich mehr Regen.
Die Regenfälle konzentrieren
sich aber offenbar auf den Mittelmeerraum: "An der Costa
del Sol und der Costa Blanca gibt es mehr nasse Tage, vor allem
im Herbst nimmt die Zahl starker Niederschläge zu",
fasst Goodess ihre Erkenntnisse zusammen. Sie hat schlechte Nachrichten
für ihre britischen Landsleute: Deren favorisierte Urlaubszentren
Marbella, Torremolinos und Benidorm sind besonders betroffen.
Der verregnete Urlaub ist allerdings
das kleinere Problem des Wetterwandels. Die Trockenheit im Landesinneren
bedroht Landwirtschaft und Wasserversorgung; im Nordwesten Spaniens
fällt nur noch halb soviel Regen wie vor 50 Jahren. Gleichzeitig
stehen den Küstenstädten Überschwemmungen bevor,
weil sich dort die Niederschläge verdoppelt haben.
Die Forscherin Goodess hat als
Ursache geänderte Luftströmungen über Spanien ausgemacht.
Demnach kommt der Wind immer öfter aus östlichen und
südöstlichen Richtungen. Das treibt feuchte Luft vom
warmen Mittelmeer auf die spanische Küste zu, an der sich
die Wolken abregnen. Warum die Winde ihre Richtung geändert
haben, ist noch unklar. Goodess wird ihre Arbeit in der kommenden
Ausgabe des "International Journal of Climatology" vorestellen.
|