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- 10.11.2002 -

 

 

 

 


 

Klima: Brennende Torfwälder verstärken Treibhauseffekt

Feuer in tropischen Torfwäldern können erheblich zu einer Erwärmung des Erdklimas beitragen. Zu dieser Einschätzung gelangte ein internationales Forscherteam, das Brände in den Torfwäldern Indonesien untersucht hat.

(jkm) - In diesen Waldgebieten sind ungeheure Mengen Kohlenstoff gespeichert, die bei Bränden in Form von Kohlendioxid freigesetzt werden. Die Forscher berichten im Magazin "Nature" von den Folgen einer Feuerkatastrophe, die die tropischen Regenwälder Südostasiens in den Jahren 1997 und 1998 heimsuchte.

Besonders betroffen war Indonesien; etwa 40 Prozent der Brandfläche betraf tropische Torfwälder. Das Feuer breitete sich dort als Schwelbrand aus, was aufgrund der unvollständigen Verbrennung dichten Rauch produzierte. 3000 mal 5000 Kilometer maß die Rauchwolke, die sich 1997 und 1998 monatelang über Südostasien legte. Die wirtschaftlichen Schäden aufgrund der Rauchentwicklung wurden auf über zwei Milliarden Dollar geschätzt.

"Ursache dieser Brände sind meist außer Kontrolle geratene Rodungsfeuer", berichtet der an der Untersuchung beteiligte

Ökologe Florian Siegert von der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Unsere Ergebnisse sind so brisant, weil die Torfwälder Indonesiens seit August dieses Jahres, von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wieder brennen", so Siegert.

Zur Feuerkatastrophe der Jahre 1997 und 1998 in Südostasien kam es, weil El Niño die Voraussetzungen dafür schuf. Dieses Wetterphänomen tritt zyklisch auf. Es entsteht durch die großräumige Verschiebung von Meeresströmungen, besonders im Pazifik. Infolgedessen verringert sich in Südost-Asien und Australien die Niederschlagsmenge deutlich. Die dadurch bedingte Trockenheit erleichtert die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden. Auch in diesem Jahr ist das globale Wetter wieder durch El Niño beeinflusst, allerdings schwächer als in den Jahren 1997 und 1998.

Nach den Berechnungen der Forscher wurde damals das klimarelevante Treibhausgas CO2 in großen Mengen freigesetzt. In den beiden Jahren gelangte bis zu 40 Prozent jener Menge in die Atmosphäre, die sonst innerhalb eines Jahres durch die weltweite Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Die Torfbrände seien damit eine Ursache für den größten Anstieg an Kohlendioxid, der jemals beobachtet wurde, schreiben die Forscher. CO2 gilt als das Gas, das entscheidend für die globale Erwärmung der Erdatmosphäre ist. Wiederholte Brände in tropischen Torfwäldern haben damit das Potenzial, das Erdklima noch schneller zu erwärmen als bisher angenommen.

Ungestörte Torfwälder brennen kaum, auch nicht nach mehreren Monaten Trockenheit. "Erst die Kombination von langer Trockenheit und einer falschen Entwicklungs- und Landnutzungspolitik führen in die Katastrophe", meint Siegert. "Durch eine holzwirtschaftliche (Über-)Nutzung sowie die Trockenlegung der Torfsümpfe wird die natürliche Luft- und Bodenfeuchtigkeit so weit abgesenkt, dass der Torfboden Feuer fangen kann."

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