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Klima: Brennende Torfwälder verstärken
Treibhauseffekt
Feuer in tropischen Torfwäldern
können erheblich zu einer Erwärmung des Erdklimas beitragen.
Zu dieser Einschätzung gelangte ein internationales Forscherteam,
das Brände in den Torfwäldern Indonesien untersucht
hat.
(jkm) - In diesen Waldgebieten
sind ungeheure Mengen Kohlenstoff gespeichert, die bei Bränden
in Form von Kohlendioxid freigesetzt werden. Die Forscher berichten
im Magazin "Nature" von den Folgen einer Feuerkatastrophe,
die die tropischen Regenwälder Südostasiens in den Jahren
1997 und 1998 heimsuchte.
Besonders betroffen war Indonesien;
etwa 40 Prozent der Brandfläche betraf tropische Torfwälder.
Das Feuer breitete sich dort als Schwelbrand aus, was aufgrund
der unvollständigen Verbrennung dichten Rauch produzierte.
3000 mal 5000 Kilometer maß die Rauchwolke, die sich 1997
und 1998 monatelang über Südostasien legte. Die wirtschaftlichen
Schäden aufgrund der Rauchentwicklung wurden auf über
zwei Milliarden Dollar geschätzt.
"Ursache dieser Brände
sind meist außer Kontrolle geratene Rodungsfeuer",
berichtet der an der Untersuchung beteiligte
Ökologe Florian Siegert von
der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Unsere
Ergebnisse sind so brisant, weil die Torfwälder Indonesiens
seit August dieses Jahres, von der Weltöffentlichkeit weitgehend
unbemerkt, wieder brennen", so Siegert.
Zur Feuerkatastrophe der Jahre
1997 und 1998 in Südostasien kam es, weil El Niño
die Voraussetzungen dafür schuf. Dieses Wetterphänomen
tritt zyklisch auf. Es entsteht durch die großräumige
Verschiebung von Meeresströmungen, besonders im Pazifik.
Infolgedessen verringert sich in Südost-Asien und Australien
die Niederschlagsmenge deutlich. Die dadurch bedingte Trockenheit
erleichtert die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden.
Auch in diesem Jahr ist das globale Wetter wieder durch El Niño
beeinflusst, allerdings schwächer als in den Jahren 1997
und 1998.
Nach den Berechnungen der Forscher
wurde damals das klimarelevante Treibhausgas CO2 in großen
Mengen freigesetzt. In den beiden Jahren gelangte bis zu 40 Prozent
jener Menge in die Atmosphäre, die sonst innerhalb eines
Jahres durch die weltweite Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht.
Die Torfbrände seien damit eine Ursache für den größten
Anstieg an Kohlendioxid, der jemals beobachtet wurde, schreiben
die Forscher. CO2 gilt als das Gas, das entscheidend für
die globale Erwärmung der Erdatmosphäre ist. Wiederholte
Brände in tropischen Torfwäldern haben damit das Potenzial,
das Erdklima noch schneller zu erwärmen als bisher angenommen.
Ungestörte Torfwälder
brennen kaum, auch nicht nach mehreren Monaten Trockenheit. "Erst
die Kombination von langer Trockenheit und einer falschen Entwicklungs-
und Landnutzungspolitik führen in die Katastrophe",
meint Siegert. "Durch eine holzwirtschaftliche (Über-)Nutzung
sowie die Trockenlegung der Torfsümpfe wird die natürliche
Luft- und Bodenfeuchtigkeit so weit abgesenkt, dass der Torfboden
Feuer fangen kann."
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