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Klima: Plankton wärmt die Erde
Eine Düngung der Ozeane
mit Eisen, als Mittel gegen den Klimawandel gedacht, könnte
das Gegenteil bewirken, meinen Kimaforscher.
(jkm) - Mikroskopisch kleine Algen
stellen die Grundlage der Nahrungsnetze im Meer dar. Zwei amerikanische
Klimaforscher sind überzeugt, dass der Einfluss dieses Phytoplanktons
viel weiter reicht. Indem die Algen Strahlung absorbieren, bewirken
sie eine Erwärmung unseres Planeten, schreiben die Forscher
im "Journal of Geophysical Research".
In der Vergangenheit war vorgeschlagen
worden, das Algenwachstum durch Düngung der Ozeane mit Eisen
zu fördern. Auf diese Weise sollte das Treibhausgas Kohlendioxid
aus der Atmosphäre entfernt und so der globalen Erwärmung
entgegen gewirkt werden. "Unserer Meinung nach würde
eine Erhöhung der Phytoplankton-Menge im Ozean, was vermutlich
eine Folge dieser Eisendüngung wäre, vielmehr zu einer
Erwärmung der Meere beitragen", so Robert Frouin von
der Scripps Oceanographical Institution in La Jolla, Kalifornien.
Phytoplankton absorbiert Strahlung
und nutzt zumindest einen Teil davon für die Photosynthese.
Auf diese Weise wird Strahlungsenergie, die ansonsten in den Weltraum
zurück reflektiert würde, in chemische Energie und in
Wärmeenergie umgewandelt. Aufgrund von Satellitendaten berechnen
Frouin und sein Kollege Sam Iacobellis, dass dieser Effekt die
globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,06 bis 0,3 Grad Celsius
erhöht.
"Unsere Arbeit zeigt, dass
unser Klima ohne das marine Phytoplankton kühler wäre",
erläutert Frouin. Dieser Effekt dürfe nicht vernachlässigt
werden, wenn man das Klima verstehen und vielleicht einmal gezielt
beeinflussen wolle, so der Forscher. Erst im letzten Jahr hatten
er und sein Kollege gezeigt, dass Schaumkronen auf Wellenkämmen
das Klima ebenfalls beeinflussen, indem sie Strahlung verstärkt
reflektieren. Der Einfluss des Phytoplanktons sei jedoch zehn
Mal stärker.
Iacobellis vergleicht das Klimasystem
mit einem wirren Garnknäuel. Dabei könne man ebenfalls
kaum vorhersagen, welchen Effekt das Ziehen an einem einzelnen
Faden haben werde. "Jeder einzelne mag nicht sehr bedeutsam
sein, aber wenn Tausende dieser Kleinigkeiten zusammenkommen,
was dann?"
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