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- 10.11.02 -

 

 

 

 


 

Klima: Plankton wärmt die Erde

Eine Düngung der Ozeane mit Eisen, als Mittel gegen den Klimawandel gedacht, könnte das Gegenteil bewirken, meinen Kimaforscher.

(jkm) - Mikroskopisch kleine Algen stellen die Grundlage der Nahrungsnetze im Meer dar. Zwei amerikanische Klimaforscher sind überzeugt, dass der Einfluss dieses Phytoplanktons viel weiter reicht. Indem die Algen Strahlung absorbieren, bewirken sie eine Erwärmung unseres Planeten, schreiben die Forscher im "Journal of Geophysical Research".

In der Vergangenheit war vorgeschlagen worden, das Algenwachstum durch Düngung der Ozeane mit Eisen zu fördern. Auf diese Weise sollte das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt und so der globalen Erwärmung entgegen gewirkt werden. "Unserer Meinung nach würde eine Erhöhung der Phytoplankton-Menge im Ozean, was vermutlich eine Folge dieser Eisendüngung wäre, vielmehr zu einer Erwärmung der Meere beitragen", so Robert Frouin von der Scripps Oceanographical Institution in La Jolla, Kalifornien.

Phytoplankton absorbiert Strahlung und nutzt zumindest einen Teil davon für die Photosynthese. Auf diese Weise wird Strahlungsenergie, die ansonsten in den Weltraum zurück reflektiert würde, in chemische Energie und in Wärmeenergie umgewandelt. Aufgrund von Satellitendaten berechnen Frouin und sein Kollege Sam Iacobellis, dass dieser Effekt die globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,06 bis 0,3 Grad Celsius erhöht.

"Unsere Arbeit zeigt, dass unser Klima ohne das marine Phytoplankton kühler wäre", erläutert Frouin. Dieser Effekt dürfe nicht vernachlässigt werden, wenn man das Klima verstehen und vielleicht einmal gezielt beeinflussen wolle, so der Forscher. Erst im letzten Jahr hatten er und sein Kollege gezeigt, dass Schaumkronen auf Wellenkämmen das Klima ebenfalls beeinflussen, indem sie Strahlung verstärkt reflektieren. Der Einfluss des Phytoplanktons sei jedoch zehn Mal stärker.

Iacobellis vergleicht das Klimasystem mit einem wirren Garnknäuel. Dabei könne man ebenfalls kaum vorhersagen, welchen Effekt das Ziehen an einem einzelnen Faden haben werde. "Jeder einzelne mag nicht sehr bedeutsam sein, aber wenn Tausende dieser Kleinigkeiten zusammenkommen, was dann?"

 

 Mehr Informationen:

Scripps Institution of Oceanography

Die Farbe des Meeres - Phytoplankton im Weltozean

Düngung des Ozeans ist keine Lösung für das CO2-Problem

 

 Lesen Sie auch:

Ozeane: Rückgang von Phytoplankton beobachtet

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