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Sehen: Nachtfalter sieht auch im Dunkeln
farbig
Nachts sind alle Katzen grau
- zumindest für die meisten Lebewesen. Manche Nachtfalter
dagegen können selbst in den dunkelsten Nächten Farben
gut unterscheiden.
(jkm) - Der Mittlere Weinschwärmer
(Deilephila elpenor) verdankt diese Sehkraft drei verschiedenen
Gruppen spezialisierter Lichtrezeptoren im Auge. Das berichten
Almut Kelber und ihre Kollegen von der Universität im schwedischen
Lund im Magazin "Nature".
Die Biologen der so genannten
"Lund Vision Group" haben sich ganz dem Sehen in der
Tierwelt verschrieben. Sie wollten wissen, warum den Nachtfaltern
selbst das schwächste Sternenfunkeln genügt, um ihre
bevorzugte Futterpflanze an der Blütenfarbe zu erkennen.
Deshalb trainierten Kelber und
ihr Team frei fliegende Exemplare des Mittleren Weinschwärmers
darauf, statt Blüten Schalen mit gelb und blau gefärbter
Zuckerlösung anzufliegen. Diese Schalen legten die Forscher
in fünf verschiedenen Stadien der Dunkelheit zur Fütterung
aus.
Um die Nachtfalter zu verwirren,
wurden ihnen zusätzliche potenzielle Futterquellen in verschiedenen
Grautönen angeboten. Dem menschlichen Auge erschienen alle
Schalen nur mehr oder weniger grau.
Die Weinschwärmer dagegen
erkannten zuverlässig jene Farben, auf die sie trainiert
worden waren. Der Test verlief ebenso erfolgreich, wenn die Insekten
auf grüne oder türkis gefärbte künstliche
Blüten trainiert wurden.
Die Forscher vermuten, dass auch
andere nachtaktive Falter über eine ähnlich große
Sensibilität gegenüber Farben verfügen. Die Fähigkeit
zum Farbensehen bei Dunkelheit war bisher nur von einem einzigen
Tier bekannt: vom Goldfisch.
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