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- 17.10.2002 -

 

Gletscherschmelze:

Kein Schnee am Kilimandscharo

Die Jahrtausende alten Gletscher auf dem Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg, werden aufgrund des Klimawandels in weniger als zwanzig Jahren geschmolzen sein, sagen amerikanische Geologen.

(jkm) - Der Kilimandscharo in Tansania, mit 5.895 Metern höchster Berg Afrikas, wird in spätestens zwanzig Jahren seine Schneehaube verloren haben. Wegen der globalen Klimaerwärmung schmilzt das Eis auf den Gipfeln zur Zeit in schnellem Tempo. Das letzte Weiß wird zwischen 2015 und 2020 verschwinden, berichten amerikanische Geologen im Magazin "Science".
 


© ArtToday

Der Kilimandscharo in Tansania ist mit 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas.

 

Lonnie Thompson und seine Kollegen von der Ohio State University hatten im Rahmen einer Expedition im Jahr 2000 sechs Proben aus dem Eispanzer des Berges gebohrt. Nach gründlicher Untersuchung datieren sie die Gletscher jetzt auf ein Alter von 11.700 Jahren. Die Forscher ermittelten auch, dass Nordafrika vor rund 8.300, 5.200 und 4.000 Jahren von harten Dürre-Perioden heimgesucht worden sein muss.

Die Bohrkerne lassen vermuten, dass die Region um den Kilimandscharo vor rund 9.500 Jahren von einem deutlich feuchteren Klima geprägt war als heute. Damals soll der Tschadsee eine Fläche von rund 350.000 Quadratkilometern bedeckt haben - immerhin fast die Größe des heutigen Kaspischen Meeres. Der Tschadsee ist jetzt ein sehr flacher Süßwassersee, dessen Fläche je nach Jahreszeit stark schwankt, im Mittel aber "nur" 17.000 Quadratkilometer umfasst.

Anhand der im Eis ablesbaren historischen Methan-Werte und weiterer Indizien gehen die Forscher davon aus, dass Nordafrika drei jeweils 300 bis 500 Jahre lange Dürrezeiten erlebte. Ein vergleichbarer Prozess werde jetzt durch die globale Erwärmung beschleunigt. Jedes Jahr verliert die Eisdecke des Kilimandscharo einen halben Meter an Mächtigkeit, berichten Thompson und seine Kollegen.

Bei der Untersuchung erwiesen sich Rückstände des radioaktiven Isotops Chlor-36 als hilfreich, das sich nach Atombombentests in der Jahren 1951 und 1952 weltweit verteilte und jetzt als Marker das Wachstum der Gletscher dokumentiert. Derartige Spuren hatten die Forscher bereits in südafrikanischen und chinesischen Bohrkernen nachweisen und jetzt zu Vergleichen heranziehen können.

 


© ArtToday

Der Kilimandscharo aus der Luft gesehen.

 


 Mehr Informationen:

Ohio State University:
Ice Core Paleoclima- tology Group

Max-Planck-Institut für Meteorologie: Schmelzen die Gletscher und die Polkappen?

Das Gletscherarchiv

glaziologie.de

Kilimanjaro National Park

vista verde: Klima


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Gletscher: Schmelzschutz für den Kilimandscharo?
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