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Gletscherschmelze:
Kein Schnee am Kilimandscharo
Die Jahrtausende alten Gletscher
auf dem Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg, werden aufgrund
des Klimawandels in weniger als zwanzig Jahren geschmolzen sein,
sagen amerikanische Geologen.
(jkm) - Der Kilimandscharo in
Tansania, mit 5.895 Metern höchster Berg Afrikas, wird in
spätestens zwanzig Jahren seine Schneehaube verloren haben.
Wegen der globalen Klimaerwärmung schmilzt das Eis auf den
Gipfeln zur Zeit in schnellem Tempo. Das letzte Weiß wird
zwischen 2015 und 2020 verschwinden, berichten amerikanische Geologen
im Magazin "Science".

© ArtToday
Der Kilimandscharo
in Tansania ist mit 5.895 Metern der höchste Berg
Afrikas.
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Lonnie Thompson und seine Kollegen
von der Ohio State University hatten im Rahmen einer Expedition
im Jahr 2000 sechs Proben aus dem Eispanzer des Berges gebohrt.
Nach gründlicher Untersuchung datieren sie die Gletscher
jetzt auf ein Alter von 11.700 Jahren. Die Forscher ermittelten
auch, dass Nordafrika vor rund 8.300, 5.200 und 4.000 Jahren von
harten Dürre-Perioden heimgesucht worden sein muss.
Die Bohrkerne lassen vermuten,
dass die Region um den Kilimandscharo vor rund 9.500 Jahren von
einem deutlich feuchteren Klima geprägt war als heute. Damals
soll der Tschadsee eine Fläche von rund 350.000 Quadratkilometern
bedeckt haben - immerhin fast die Größe des heutigen
Kaspischen Meeres. Der Tschadsee ist jetzt ein sehr flacher Süßwassersee,
dessen Fläche je nach Jahreszeit stark schwankt, im Mittel
aber "nur" 17.000 Quadratkilometer umfasst.
Anhand der im Eis ablesbaren historischen
Methan-Werte und weiterer Indizien gehen die Forscher davon aus,
dass Nordafrika drei jeweils 300 bis 500 Jahre lange Dürrezeiten
erlebte. Ein vergleichbarer Prozess werde jetzt durch die globale
Erwärmung beschleunigt. Jedes Jahr verliert die Eisdecke
des Kilimandscharo einen halben Meter an Mächtigkeit, berichten
Thompson und seine Kollegen.
Bei der Untersuchung erwiesen
sich Rückstände des radioaktiven Isotops Chlor-36 als
hilfreich, das sich nach Atombombentests in der Jahren 1951 und
1952 weltweit verteilte und jetzt als Marker das Wachstum der
Gletscher dokumentiert. Derartige Spuren hatten die Forscher bereits
in südafrikanischen und chinesischen Bohrkernen nachweisen
und jetzt zu Vergleichen heranziehen können.
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