vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 14.10.2002 -

 

 

 

 


 

Abwässer: Kleie filtert Schadstoffe

Mit Kleie, die beim Mahlen von Getreide anfällt, können Schadstoffe aus Abwässern gefiltert werden. Eine entsprechende Technik haben Fraunhofer-Forscher entwickelt.

(jkm) - Die Forscher wollen damit die Entsorgung der krebserregenden Substanzen Arsen und Hexachlorcyclohexane (HCHs) aus Industrieabwässern erleichtern. Der Prototyp der Filteranlage ist so klein, dass er bei Bedarf schnell an beliebige Einsatzorte gebracht werden kann.

Arsen wird bis heute in der Halbleiter- und Glasindustrie eingesetzt und belastet vielerorts Wasser und Boden. HCHs dienten bis zu ihrem Verbot in den 80er Jahren der Schädlingsbekämpfung. Beide Substanzen kommen häufig in Sickerwässern aus Deponien und alten Produktionsstätten vor.

Weil derartige Abwässer die zulässigen Grenzwerte oftmals erheblich überschreiten, dürfen sie nicht ohne Vorbehandlung entsorgt werden. Diese Aufgabe soll die neue mobile Anlage erleichtern, die am Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart entwickelt wurde.

Die Filteranlage kombiniert ein elektrochemisches Verfahren mit Bioadsorbern aus chemisch modifizierter Kleie. "Kleie bekommt man für wenige Euro pro Zentner in Getreidemühlen", erklärt Dr. Manfred Kühn vom Fraunhofer IGB. "Wir modifizieren sie chemisch und nutzen ihre hydrophoben Eigenschaften, so dass sie die Giftstoffe binden kann."

Auf diese Weise lasse sich Arsen fast vollständig bis auf 0,004 Milligramm pro Liter binden, HCHs bis auf 0,13 Mikrogramm pro Liter. Die gesetzlichen Grenzwerte dieser Schadstoffe für die Entsorgung des Abwassers würden damit bei weitem unterschritten, versichern die Forscher.

Die neue Anlage ist mit nur 2,5 Metern Länge, 1,3 Metern Breite und zwei Metern Höhe recht flexibel und an verschiedenen Orten einsetzbar. Am Fraunhofer IGB wurden in früheren Jahren bereits Bioadsorber zur Entfernung von Schwermetallen wie Kupfer, Blei, Cadmium, Zink und Chrom entwickelt.

 


© Fraunhofer IGB

Mit Kleie können Schadstoffe aus Abwässern gefiltert werden.

 

 Mehr Informationen:

Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Umweltlexikon: Arsen

 

 Lesen Sie auch:

Gentechnik: Grüner Speicher für Arsen

Schwermetalle: Aus dem Bergbau in die Flüsse

Deponien: Onlineüberwachung von Sickerwasser

Asien: Überschwemmung in Uran-Minen

Anden: Lamakot für sauberes Wasser

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2002
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung