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China: Ruß trägt zu Wetterextremen
bei
In den letzten Jahrzehnten
ist China immer wieder von verheerenden Dürren oder Fluten
heimgesucht worden. Modellrechnungen amerikanischer und chinesischer
Forscher zeigen nun, dass atmosphärischer Ruß zu den
Wetterextremen beitragen könnte.
(jkm) - Indem die schwarzen Partikel
Licht absorbieren und sich erwärmen, beeinflussen sie die
Luftzirkulation und damit die Niederschlagsmengen im Norden und
Süden Chinas auf gegensätzliche Weise.
"Wenn unsere Interpretation
stimmt, könnte eine Reduzierung der Mengen von schwarzem
Kohlenstoff oder Ruß helfen, die Intensität der Überflutungen
im Süden und die der Trockenzeiten im Norden Chinas zu verringern",
erläutert James Hansen vom Goddard Institute for Space Studies
der NASA (GISS) in New York, "zusätzlich zu den positiven
Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit."
Hansen und seine Kollegen nutzten
das GISS-Computermodell, um den Einfluss der Kohlenstoffpartikel
auf das Klima Indiens und Chinas zu untersuchen. Dieses Modell
speisten sie mit Aerosol-Messwerten von 46 chinesischen Messstationen
und berechneten Szenarien mit Partikeln, die aus unterschiedlichen
Mengen "schwarzen" Kohlenstoffs und "weißen"
Sulfats bestanden und daher das Sonnenlicht unterschiedlich stark
absorbierten.
Ruß entsteht bei unvollständigen
Verbrennungsprozessen und wird mit Industrieabgasen, durch Verkehr
und Brände freigesetzt. Die Emissionen Chinas und Indiens
sind besonders hoch, da viele Haushalte dort mit Kohle- oder Biomasse-Feuern
kochen und heizen. Wie die Forscher im Magazin "Science"
berichten, könnte dieser Rußausstoß für
die Tendenz zu stärkeren Niederschlägen im Süden
Chinas und intensiveren Dürren im Norden des Landes verantwortlich
sein, wie man sie seit Jahrzehnten beobachtet.

© NASA Goddard
Space Flight Center
Dieses auf
den GISS-Daten beruhende Bild zeigt wie Ruß die
Niederschlagsverteilung in den Sommermonaten ändern
kann: Regionen mit zunehmenden Niederschlägen sind
blau, solche mit abnehmenden braun dargestellt.
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Die schwarzen Partikel absorbieren
das Sonnenlicht besonders gut. Dadurch heizen sie sich und die
umgebende Luft auf und verringern gleichzeitig die Sonneneinstrahlung
an der Erdoberfläche. Das Resultat sind stärkere aufwärts
gerichtete Luftströmungen, eine verstärkte Wolkenbildung
und höhere Niederschläge in Regionen mit einer hohen
Luftverschmutzung. Die stärkere Aufwärtsströmung
muss durch stärkere Abwärtsströmungen in benachbarten
Regionen ausgeglichen werden. Diese Gebiete erhalten dadurch weniger
Niederschläge.
Hansen und seine Kollegen glauben,
dass die Auswirkungen der Rußemissionen nicht auf Südostasien
beschränkt sind. Beispielsweise könnte die geänderte
Luftzirkulation zu höheren Temperaturen in Nordafrika und
einer Abkühlung im Süden der Vereinigten Staaten führen.
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