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- 30.09.2002 -

 

 

 

 

 


 

China: Ruß trägt zu Wetterextremen bei

In den letzten Jahrzehnten ist China immer wieder von verheerenden Dürren oder Fluten heimgesucht worden. Modellrechnungen amerikanischer und chinesischer Forscher zeigen nun, dass atmosphärischer Ruß zu den Wetterextremen beitragen könnte.

(jkm) - Indem die schwarzen Partikel Licht absorbieren und sich erwärmen, beeinflussen sie die Luftzirkulation und damit die Niederschlagsmengen im Norden und Süden Chinas auf gegensätzliche Weise.

"Wenn unsere Interpretation stimmt, könnte eine Reduzierung der Mengen von schwarzem Kohlenstoff oder Ruß helfen, die Intensität der Überflutungen im Süden und die der Trockenzeiten im Norden Chinas zu verringern", erläutert James Hansen vom Goddard Institute for Space Studies der NASA (GISS) in New York, "zusätzlich zu den positiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit."

Hansen und seine Kollegen nutzten das GISS-Computermodell, um den Einfluss der Kohlenstoffpartikel auf das Klima Indiens und Chinas zu untersuchen. Dieses Modell speisten sie mit Aerosol-Messwerten von 46 chinesischen Messstationen und berechneten Szenarien mit Partikeln, die aus unterschiedlichen Mengen "schwarzen" Kohlenstoffs und "weißen" Sulfats bestanden und daher das Sonnenlicht unterschiedlich stark absorbierten.

Ruß entsteht bei unvollständigen Verbrennungsprozessen und wird mit Industrieabgasen, durch Verkehr und Brände freigesetzt. Die Emissionen Chinas und Indiens sind besonders hoch, da viele Haushalte dort mit Kohle- oder Biomasse-Feuern kochen und heizen. Wie die Forscher im Magazin "Science" berichten, könnte dieser Rußausstoß für die Tendenz zu stärkeren Niederschlägen im Süden Chinas und intensiveren Dürren im Norden des Landes verantwortlich sein, wie man sie seit Jahrzehnten beobachtet.
 


© NASA
Goddard Space Flight Center

Dieses auf den GISS-Daten beruhende Bild zeigt wie Ruß die Niederschlagsverteilung in den Sommermonaten ändern kann: Regionen mit zunehmenden Niederschlägen sind blau, solche mit abnehmenden braun dargestellt.

 

Die schwarzen Partikel absorbieren das Sonnenlicht besonders gut. Dadurch heizen sie sich und die umgebende Luft auf und verringern gleichzeitig die Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche. Das Resultat sind stärkere aufwärts gerichtete Luftströmungen, eine verstärkte Wolkenbildung und höhere Niederschläge in Regionen mit einer hohen Luftverschmutzung. Die stärkere Aufwärtsströmung muss durch stärkere Abwärtsströmungen in benachbarten Regionen ausgeglichen werden. Diese Gebiete erhalten dadurch weniger Niederschläge.

Hansen und seine Kollegen glauben, dass die Auswirkungen der Rußemissionen nicht auf Südostasien beschränkt sind. Beispielsweise könnte die geänderte Luftzirkulation zu höheren Temperaturen in Nordafrika und einer Abkühlung im Süden der Vereinigten Staaten führen.

 

 Mehr Informationen:

Goddard Space Flight Center (mit weiteren Bildern und Animationen)

NASA Earth Observatory

 

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