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- 27.09.2002 -

 

 

 

 


 

Schwermetalle: Aus dem Bergbau in die Flüsse

Abwässer aus Bergwerken enthalten sehr hohe Konzentrationen von gelösten Schwermetallen und Aluminium. Nanopartikel können diese Schwermetalle in Fliessgewässer verschleppen, hat ein internationales Forschungsteam herausgefunden.

(jkm) - Flüsse, die in der Nähe von Bergwerken verlaufen, tragen mitunter einen hässlichen weißen Schaum auf ihrer Oberfläche. Er bildet sich, wenn hohe Konzentrationen von gelösten Schwermetallen und Aluminium in die Gewässer geraten. Dass dabei winzige Partikel in Nanometer-Größe eine entscheidende Rolle spielen, berichtet jetzt ein internationales Forscherteam im Magazin "Science".

Besonders stillgelegte Bergwerke, aus denen unkontrolliert saure Ausflüsse austreten, können drastische Auswirkungen auf die angrenzenden Ökosysteme haben: In der Zone, in der sich die sauren Bergbauabwässer mit neutralen Fließgewässern mischen, bilden sich weißliche, watteartige Flocken. Diese können sich auf dem Flussbett ansammeln und haben eine Lebensdauer von mehreren Wochen.

Derartige Flocken treten beispielsweise im Umfeld des Thüringer Schieferbergbaus und in Sachsen auf. Entsprechende Proben sammelte Kai-Uwe Ulrich von der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der TU Dresden. Zusammen mit Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und den USA konnte Ulrich die elementare Zusammensetzung, die chemische Struktur und die Entstehung dieser Flocken aufklären.

Die Entstehung der watteartigen Substanz verläuft demnach über die Bildung großer Komplexe mit 13 Aluminium-, 40 Sauerstoff- und 48 Wasserstoff-Atomen und deren anschließender Aggregation. Der Komplex hat einen Durchmesser von rund einem Nanometer. Dieses "Nanopartikel" bildet sich in der Mischzone von Bergbauausflüssen und Fließgewässern innerhalb von Minuten. Die großen Mengen von giftigen Schwermetallen, die auch in den Abwässern der Bergwerke vorhanden sind, werden an die Nanopartikel chemisch gebunden und können so flussabwärts transportiert werden. Betroffen sind rund 240.000 Quadratkilometer Bergbau-Fläche weltweit, schreiben die Forscher in "Science".

Entsprechende Aluminiumflocken treten auch in Gebieten wie im Erzgebirge auf, in denen saurer Regen und schwach puffernde Böden aufeinander treffen. Mit ihrer Untersuchung zeigten die Forscher, dass Nanopartikel auch in Ökosystemen eine bedeutende Rolle spielen können. Die Flocken-Analyse soll helfen, die Umweltbelastungen durch Bergbauausflüsse besser abschätzen zu können.

 


© Kai-Uwe Ulrich,
TU Dresden

Flüsse, die in der Nähe von Bergwerken verlaufen, tragen mitunter einen hässlichen weißen Schaum auf ihrer Oberfläche.


 Mehr Informationen:

TU Dresden

Minewater.net

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