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- 26.09.2002 -

 

 

 

 


 

Landwirtschaft:

"Superkraut" aus dem Salz

Eine an Meeresküsten weit verbreitete Pflanze könnte Landwirten helfen, deren Böden durch Versalzung unbrauchbar geworden sind. Das hat ein kanadischer Lebensmittelwissenschaftler entdeckt.

(jkm) - Wie der Forscher im Fachblatt "Food Research International" berichtet, sind die Samen von Batis maritima außergewöhnlich nahrhaft und könnten auch für die Kosmetikindustrie von Interesse sein.

"Die Samen sind sehr gut essbar und haben einen nussigen Geschmack", so Massino Marcone von der University of Guelph gegenüber dem Magazin "New Scientist". "Man könnte sie zu Salaten geben, sie rösten oder sogar eine Art Miniatur-Popcorn daraus herstellen."

Der im Englischen "Saltwort" - "Salzkraut" - genannte Strauch trägt seinen Namen zu Recht. Die mehrjährige Pflanze kommt vor allem in den Salzmarschen Nord- und Südamerikas vor und erreicht eine Höhe von bis zu zwei Metern. Ihre Samen sind zwar kaum einen Millimeter groß, dafür bergen sie aber eine umso wertvollere Fracht, fand Marcone heraus.

Seiner Analyse zufolge ist das in den Samen enthaltene Protein reich an essentiellen Aminosäuren wie Lysin und Methionin. Die Fette und Öle bestehen zu über 90 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren und enthalten noch mehr Vitamin E als Distelsamen. Öl aus Batis-Samen könnte daher nicht nur nahrhaft, sondern auch besonders lange haltbar sein.

Die Stärkekörner in den Samen sind lediglich etwa einen Tausendstel Millimeter groß und könnten als Verdickungsmittel oder Waschstärke, in Kosmetika oder für biologisch abbaubares Plastik eingesetzt werden, so Marcone.

Der Anbau der salzliebenden Pflanze könnte sich daher durchaus lohnen, glaubt der Forscher. Davon könnten vor allem Landwirte profitieren, deren Böden durch fortwährende Bewässerung versalzen und für andere Feldfrüchte unbrauchbar geworden sind.

Laut Schätzung der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO sind weltweit etwa 700 Millionen Hektar Boden - mehr als das 20fache der Fläche Deutschlands - von Versalzung betroffen.

Marcone testet derzeit, ob das Gewächs vielleicht auch benutzt werden könnte, um das Salz aus solchen Agrarflächen zu ziehen. Ein Ersatz für eine vollständige und kostspielige Wiederurbarmachung könnte Batis maritima aber auf keinen Fall sein, zitiert das Magazin den FAO-Experten Hassan Habhan. "Ein Halophyt allein kann das Problem der Bodenversalzung nicht lösen."

 


© ArtToday

Batis maritima

 

 Mehr Informationen:

New Scientist

University of Guelph

FAO

EU-Report: Boden als Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Umwelt

3sat über die Verwendung von Salicornia, einer ähnlichen Pflanze

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