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Abfälle: Mehr Pestizid-Müll
in Afrika
In Afrika gibt es deutlich
mehr Pestizid-Abfälle als bislang angenommen. Wie die UN-Welternährungs-
und Landwirtschaftsorganisation (FAO) heute mitteilt, schätzt
sie die Menge auf etwa 120.000 Tonnen, weltweit seien es vermutlich
über 500.000 Tonnen.
(jkm) - "In jedem afrikanischen
Staat gibt es Vorräte veralteter Pestizide und entsprechenden
Abfall, etwa stark kontaminierten Boden und Millionen von Behältern",
so FAO-Experte Alemayehu Wodageneh anlässlich eines Fachtreffens
in Rom. Bislang habe man die Pestizid-Menge in Afrika auf etwa
50.000 Tonnen geschätzt.
"Diese Pestizide stellen
eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit von Land- und
Stadtbevölkerung dar, besonders für die Ärmsten
der Armen, und tragen zur Bodenschädigung und zur Wasserverschmutzung
bei", so der Experte. Er schätzt, dass es sich bei etwa
einem Drittel der Pestizide um langlebige organische Schadstoffe
(persistent organic pollutants, POP) handelt. Diese werden in
der Umwelt nicht oder nur langsam abgebaut und reichern sich daher
in der Nahrungskette an.
Trotz der Bemühungen der
FAO und anderer Organisationen steige die Menge weiter an, so
Wodageneh. Zwar habe man in einigen Ländern erfolgreich die
Entfernung von Pestizid-Abfall mit verbesserten Kontrollmaßnahmen
und nachhaltigen Methoden der Schädlingsbekämpfung verknüpft.
"Aber leider wachsen die Vorräte an veralteten Pestiziden
auf der regionalen bzw. globalen Ebene wahrscheinlich schneller,
als man sie reduzieren kann."
In vielen Ländern trügen
unzureichende Einfuhrkontrollen, schlechte Lagerungsbedingungen
und eine mangelnde Ausbildung in der Anwendung der Pestizide zu
dem Problem bei. Um mit den daraus resultierenden Schwierigkeiten
fertig zu werden, fehlten schlicht die Mittel, so der Experte.
Andererseits existiere in Afrika keine geeignete Anlage für
die Vernichtung der Abfälle. Daher müsse der Müll
auf kostspielige Weise in entwickelte Länder transportiert
werden.
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