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Gegen die Müllflut:
Biologisch abbaubares Plastik
Von Plastikteilen aus Computern
und Autos überquellende Mülldeponien könnten schon
bald der Vergangenheit angehören, glauben zwei amerikanische
Wissenschaftler.
(jkm) - Wie die Forscher im Fachblatt
"Journals of Materials Science" berichten, sind biologisch
abbaubare Verbundmaterialien aus Pflanzenfasern und Sojaprotein
konkurrenzfähig zu herkömmlichen Kunststoffen - zumindest
bei einigen Anwendungen.
Laut Anil Netravali von der Cornell
University in Ithaca, New York, könnten die umweltfreundlichen
Materialien aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften "Plastikteile
in Innenräumen von Autos und Zügen, in Computern und
in Verpackungen und anderen Konsumgütern ersetzen."
Zudem böten sie eine gute Wärme- und Schallisolation.
Netravali und seine Studentin
Preeti Lodha untersuchten Verbundmaterialien aus Bastfasern der
Ramie-Pflanze (Boehmeria nivea) und Sojaprotein. Erwartungsgemäß
spielte die genaue Zusammensetzung des Materials eine wichtige
Rolle. Machten die Fasern ein Zehntel des Gewichts aus und waren
zudem nur wenige Millimeter lang, fungierten sie als Fehlstellen
und senkten die Festigkeit des Materials. Mit zunehmendem Gewichtsanteil
und Faserlänge verbesserte sich die Zugfestigkeit jedoch
immer mehr, bis sie schließlich theoretisch vorhergesagten
Werten entsprach.
Als wichtigsten Vorteil dieses
Materials sehen die Forscher die vollständige biologische
Abbaubarkeit. Im Gegensatz zu aus Erdöl hergestellten Polymeren
wie Polyurethan, Polyethylen oder Polypropylen könnten sie
regelrecht kompostiert werden.
Wie Netravali einräumt, würden
die natürlichen Verbundmaterialien zunächst noch teurer
sein als ihre synthetischen Pendants. Mit zunehmendem Produktionsvolumen
werde der Preis jedoch deutlich sinken, ist er überzeugt.
Als Beispiel nennt er Kohlefaser-Material, das bei seiner Einführung
noch rund 400 Dollar pro Kilogramm gekostet habe. Heute liege
der Preis bei weniger als 20 Dollar pro Kilogramm.
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