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- 05.09.2002 -

 

 

 

 

 


 

Vulkane: Kann Regen Eruptionen auslösen?

Ein Blick auf die Wetterkarte könnte vielleicht bei der Vorhersage verheerender Vulkanausbrüche helfen. Denn ein besonders heftiger Eruptionstyp kann durch starke Regenfälle ausgelöst werden, glauben englische Wissenschaftler.

(jkm) - "Die Eruption auf der Karibikinsel Montserrat im Juli letzten Jahres ging mit den ersten schweren Regenfällen seit sieben Monaten einher", erläutert Adrian Matthews von der University of East Anglia in Norwich, einer der Wissenschaftler, im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Er und seine Kollegen glauben, dass in das Gestein eingedrungenes Regenwasser zum Kollaps eines so genannten Lavadoms geführt und damit den Weg für die Magma frei gemacht hat.

Lavadome können sich über einem Vulkanschlot bilden, wenn dieser besonders kieselsäurehaltige und damit zähflüssige Magma führt. Die zähe Masse verhält sich wie ein Pfropfen, der den Schlot verschließt und von den nachdrängenden Massen immer weiter nach außen gedrückt wird. Sichtbares Zeichen dieser Vorgänge ist eine steilhangige Erhebung an der Vulkankuppe, der Lavadom. Je nach den Verhältnissen im Untergrund kann er mit der Zeit wachsen und wieder schrumpfen.

Steigt der Magmadruck zu sehr an, wird der Dom förmlich weggesprengt. Die Folge ist nicht nur ein Regen von bis zu mehrere Tonnen schweren Gesteinstrümmern. Zusätzlich wälzt sich auf einem "Kissen" glühend heißen Gases ein Strom aus Asche und Staub den Vulkanhang herab. Dieser pyroklastische Strom kann auf seinem Weg bereits große Schäden anrichten, noch bevor die eigentliche Lava folgt.

Auf Montserrat "kollabierte der Vulkandom binnen Stunden nach Einsetzen des Regens", fährt Matthews fort. Er und seine Kollegen fanden heraus, dass auch zwei früheren Eruptionen des Montserrat-Vulkans starke Regenfälle vorausgingen."

Der nächste Schritt sei nun, den genauen Auslöse-Mechanismus zu klären. Vielleicht verdampfe in den heißen Untergrund eingedrungenes Regenwasser und der Wasserdampf übe zusätzlichen Druck auf den Lavadom aus. "Wie in einem Dampfkochtopf", so Matthews.

 


© University of East Anglia

Der Vulkan Soufriere Hills auf der Karibikinsel Montserrat.

 

 Mehr Informationen:

University of East Anglia

Quarks & Co: Ein Vulkan erwacht

Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie

Soufriere Hills Volcano

U.S. Geological Survey

ARTE: Vulkane!

g-o.de: Vulkanismus

Volcano World

 

 Lesen Sie auch:

Erde: Vulkane schließen Stickstoff-Kreislauf

Meeresforschung: Neue Vulkane vor Neuseeland entdeckt

Erdgeschichte: Verursachte Lavastrom ein Massensterben im Perm?

 

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