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- 01.09.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

NASA: Pole schmelzen schneller

Die Eisdecke an den Polen schmilzt nach neuen Erkenntnissen der NASA schneller als erwartet. Forscher befürchten, dass die Meeresspiegel deshalb rascher ansteigen als bislang befürchtet.

Washington/Potsdam (dpa) - Vor allem in großen Bereichen des südöstlichen Grönlands und im Westen der Antarktis seien die Veränderungen gemessen worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Samstag mit. «Die Eisdecken an den Erdpolen verändern sich in relativ kurzen Zeiträumen, das heißt in Jahrzehnten und nicht Tausenden von Jahren», sagte der Wissenschaftler Eric Rignot vom Jet Propulsion Laboratory der NASA im kalifornischen Pasadena.

Nach diesen mit neuer Technologie ausgeführten Messungen verliert allein Grönland durch die Eisschmelze jährlich 50 Kubikkilometer an Masse. Dies führe zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 0,13 Millimeter. Die Eisschmelze lasse sich nicht nur durch ein paar warme Sommer erklären, sagte Rignot.

Nach Einschätzung des Potsdamer Klimaforscher Martin Claußen befinden sich diese «Besorgnis erregenden» Ergebnisse im Einklang mit bestehenden Annahmen der Forschung. «Wir erwarten, dass Gletscher künftig rascher ins Meer zurückfließen als bisher», sagte der Leiter der Abteilung für das Klimasystem des Instituts für Klimafolgeforschung am Sonntag der dpa. Diese Verminderung des Inlandseises von Grönland rühre daher, dass sich die Gletscher an ihrer Vorderkante steiler auftürmen als bisher und dann abbrechen. «Grönlandeis kann sehr dynamisch sein.»

Derzeit sei davon auszugehen, dass die Meeresspiegel in den kommenden 100 Jahren um 40 bis 80 Zentimeter ansteigen, sagte Claußen. Die Gründe seien die Erderwärmung - mit der Wärme dehnt sich das Wasser aus - und das Schmelzen der Gletscher.

Verändere sich die Situation an den Gletschern schneller als erwartet, könne dies zu einer schnelleren Ausdehnung der Meere und damit einhergehenden Überschwemmungen führen. Es zeige sich immer wieder, dass sich einige der Komponenten des Klimasystems «sehr rasch» verändern könnten - mit möglicherweise verheerenden Folgen.

Nach NASA-Angaben könnte ein umfassendes Schmelzen der Eisdecke von Grönland und Südpol die Meeresspiegel insgesamt um 70 Meter anheben. Aber schon ein kleines Ungleichgewicht zwischen neuem Schneefall und der Schmelze könne den Anstieg der Meeresspiegel stark beeinflussen.

Bereits im Februar hatten US-Forscher berichtet, dass das Abschmelzen der Gletscher von Klimaforschern zuvor unterschätzt worden war und der Meeresspiegel schneller steigen wird als bislang vorhergesagt. Nach Angaben des Geologe Mark Meier von der Universität Colorado in Boulder hat sich die Rate des Eisverlustes seit 1988 mehr als verdoppelt.

 

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Antarktis: Die Eisdecke an den Polen schmilzt nach neuen Erkenntnissen der NASA schneller als erwartet.


 Mehr Informationen:

NASA JPL

PIK Potsdam: Martin Claußen

 

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