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- 31.07.2003 -

 

 

 

 


 

Klima: Nächste Eiszeit kommt spät - oder gar nicht

Vor dreißig Jahren nahmen Geowissenschaftler an, die nächste Eiszeit stehe unmittelbar bevor. Nun zeigen Forscher, wie neue Erkenntnisse über natürliche und menschliche Einflüsse diese Vermutung auf den Kopf stellten. Die jüngste Vereisung könnte demnach sogar die letzte gewesen sein.

(jkm) - So ändern sich die Zeiten: "Mehrere Forscher legten dar, dass die gegenwärtige Warmzeit in ihrer letzten Phase ist", schrieben Murray Mitchell Jr. und seine Kollegen 1972 in einer Themenausgabe des Fachblatts "Quarternary Research". Falls man der Natur ihren Lauf lasse, könne es vielleicht schon innerhalb der nächsten Jahrhunderte zu ähnlichen Ereignissen wie zum Ende der letzten Warmzeit kommen.

Die damaligen Prognosen beruhten hauptsächlich auf Statistiken über die Dauer früherer Warm- und Eiszeiten, erläutern André Berger und Marie-France Loutre von der Université catholique de Louvain im Magazin "Science". Zudem habe kaum jemand das atmosphärische Kohlendioxid als treibenden Faktor berücksichtigt. Ein einfaches Modell der polaren Eiskappen habe aber schon damals eine Frist von 65.000 Jahren bis zum Maximum der nächsten Vereisung prognostiziert.

Mit der Zeit habe sich dann gezeigt, dass die modernen Bedingungen völlig anders seien als die während der letzten Warmzeit, dem Eem. Schon allein die zyklischen Veränderungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne und damit die Schwankungen der Sonneneinstrahlung seien deutlich unterschiedlich. "In den nächsten 100.000 Jahren werden die Schwankungen der Sonneneinstrahlung gering sein," schreiben die Forscher, "deutlich geringer als im Eem."

Dadurch werde der atmosphärische Kohlendioxid-Gehalt noch wichtiger. Die meisten Szenarien sagten inzwischen ein Andauern der gegenwärtigen Warmzeit für weitere 50.000 Jahre voraus. Doch könne es noch extremer kommen, so Berger und Loutre.

Veranschlage man eine Verdoppelung des heutigen Kohlendioxid-Gehalts über die nächsten 200 Jahre und eine Rückkehr zu vorindustriellen Werten über die folgenden 1.000 Jahre, könnte der grönländische Eisschild vollständig abschmelzen. Da das Eis Sonnenstrahlung ins All zurückwirft, könnte ein "irreversibler Treibhauseffekt" die Folge sein und die nächste Eiszeit gänzlich ausbleiben.

In gewissem Sinne hätten die Forscher vor dreißig Jahren sogar außergewöhnlichen Weitblick bewiesen, schließen Berger und Loutre. Damals hätten Mitchell und seine Kollegen nämlich auch vermutet, dass der Einfluss des Menschen auf das zukünftige Klima "sehr wahrscheinlich zu einer Erwärmung führt und damit ein Andauern der gegenwärtigen Warmzeit begünstigt."

 

 Mehr Informationen:

Institut d'Astronomie et de Géophysique Georges Lemaître, Université catholique de Louvain

Die Eiszeiten

Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

 

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Eiszeit: Computermodell erklärt Kapriolen

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