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- 05.08.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Afrika: Verbindung zwischen Industrieabgasen und Dürre vermutet

Die Fabrikschlote der Industrienationen könnten direkt für eine der größten humanitären Katastrophen des letzten Jahrhunderts verantwortlich sein - die Dürreperiode in der Sahelzone Nordafrikas zwischen 1970 und 1985, der mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen.

(jkm) - Computersimulationen zweier Klimaforscher lassen vermuten, dass ungefilterte Industrieabgase eine Verschiebung der tropischen Regenzonen bewirkten und so die Sahelzone trocken legten.

Schuld am Ausbleiben der lebenswichtigen Niederschläge sind mikroskopisch kleine Schwefelpartikel, glauben Leon Rotstayn von der australischen Forschungsorganisation CSIRO und Ulrike Lohmann von der Dalhousie University im kanadischen Halifax. Die Schwefelaerosole können in der Atmosphäre als Keime für die Bildung sehr kleiner Wassertropfen wirken und so die Lebensdauer von Wolken erhöhen. Die verringerte Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche führt letztlich zur Abkühlung und zu geringeren Niederschlagsmengen.

Dies ist jedenfalls die gängige Theorie - stellen Aerosole doch immer noch eine der großen Unbekannten in der Klimaforschung dar, da sich experimentelle Daten über ihre Verteilung nur schwer sammeln lassen und die Physik der Wolkenbildung immer noch nicht zufriedenstellend bekannt ist. Nichtsdestotrotz haben Rotstayn und Lohmann versucht, mit einem globalen Zirkulationsmodell den Einfluss von Schwefelemissionen der nördlichen Industrienationen auf die Regenfallverteilung in Afrika von 1900 bis 1998 zu ermitteln.

 



© Copyright CSIRO Australia, 1997-2002

Die Regenfälle waren im Juli 1980 (rechts) deutlich geringer als in vorindustrieller Zeit (links).

 

Mit der Verschärfung der Emissionsrichtlinien in den
90er-Jahren kehrte der Regen in die Sahelzone zurück

Globale Zirkulationsmodelle lösen im Prinzip die Gleichungen der Hydrodynamik in der Erdatmosphäre - in einer Näherung und mit vielen Vereinfachungen. Ließen die Wissenschaftler ihre Simulation ohne Berücksichtigung der Schwefelausstöße ablaufen, blieb die Regenverteilung in Afrika über Jahrzehnte hinweg praktisch unverändert.

Ein anderes Bild ergab sich unter Einbeziehung der nordamerikanischen und europäischen Schwefelemissionen: Diese führten zu einer Verschiebung der tropischen Regengürtel südwärts - in Übereinstimmung mit den beobachteten Klimaveränderungen.

Die Hypothese, "Umweltsünden" der reichen Nationen könnten direkt für Katastrophen in Entwicklungsländern verantwortlich sein, bietet reichlich Diskussionsstoff. Aerosole halten sich glücklicherweise nur wenige Tage in der Atmosphäre. Rotstayn weist denn auch darauf hin, dass mit der Verschärfung der Emissionsrichtlinien in den 90er-Jahren der Regen in die Sahelzone zurückkehrte.

Im Gegensatz dazu sind Treibhausgase sehr langlebig, so dass die von ihnen ausgelösten Klimaeffekte nur innerhalb vieler Jahrzehnten rückgängig gemacht werden könnten.

 Mehr Informationen:

CSIRO

Homepage von Ulrike Lohmann

Atmospheric Aerosols

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