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Afrika: Verbindung zwischen Industrieabgasen
und Dürre vermutet
Die Fabrikschlote der Industrienationen
könnten direkt für eine der größten humanitären
Katastrophen des letzten Jahrhunderts verantwortlich sein - die
Dürreperiode in der Sahelzone Nordafrikas zwischen 1970 und
1985, der mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen.
(jkm) - Computersimulationen zweier
Klimaforscher lassen vermuten, dass ungefilterte Industrieabgase
eine Verschiebung der tropischen Regenzonen bewirkten und so die
Sahelzone trocken legten.
Schuld am Ausbleiben der lebenswichtigen
Niederschläge sind mikroskopisch kleine Schwefelpartikel,
glauben Leon Rotstayn von der australischen Forschungsorganisation
CSIRO und Ulrike Lohmann von der Dalhousie University im kanadischen
Halifax. Die Schwefelaerosole können in der Atmosphäre
als Keime für die Bildung sehr kleiner Wassertropfen wirken
und so die Lebensdauer von Wolken erhöhen. Die verringerte
Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche führt letztlich
zur Abkühlung und zu geringeren Niederschlagsmengen.
Dies ist jedenfalls die gängige
Theorie - stellen Aerosole doch immer noch eine der großen
Unbekannten in der Klimaforschung dar, da sich experimentelle
Daten über ihre Verteilung nur schwer sammeln lassen und
die Physik der Wolkenbildung immer noch nicht zufriedenstellend
bekannt ist. Nichtsdestotrotz haben Rotstayn und Lohmann versucht,
mit einem globalen Zirkulationsmodell den Einfluss von Schwefelemissionen
der nördlichen Industrienationen auf die Regenfallverteilung
in Afrika von 1900 bis 1998 zu ermitteln.

© Copyright CSIRO Australia, 1997-2002
Die Regenfälle
waren im Juli 1980 (rechts) deutlich geringer als in vorindustrieller
Zeit (links).
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Mit der Verschärfung der
Emissionsrichtlinien in den
90er-Jahren kehrte der Regen in die Sahelzone zurück
Globale Zirkulationsmodelle lösen
im Prinzip die Gleichungen der Hydrodynamik in der Erdatmosphäre
- in einer Näherung und mit vielen Vereinfachungen. Ließen
die Wissenschaftler ihre Simulation ohne Berücksichtigung
der Schwefelausstöße ablaufen, blieb die Regenverteilung
in Afrika über Jahrzehnte hinweg praktisch unverändert.
Ein anderes Bild ergab sich unter
Einbeziehung der nordamerikanischen und europäischen Schwefelemissionen:
Diese führten zu einer Verschiebung der tropischen Regengürtel
südwärts - in Übereinstimmung mit den beobachteten
Klimaveränderungen.
Die Hypothese, "Umweltsünden"
der reichen Nationen könnten direkt für Katastrophen
in Entwicklungsländern verantwortlich sein, bietet reichlich
Diskussionsstoff. Aerosole halten sich glücklicherweise nur
wenige Tage in der Atmosphäre. Rotstayn weist denn auch darauf
hin, dass mit der Verschärfung der Emissionsrichtlinien in
den 90er-Jahren der Regen in die Sahelzone zurückkehrte.
Im Gegensatz dazu sind Treibhausgase
sehr langlebig, so dass die von ihnen ausgelösten Klimaeffekte
nur innerhalb vieler Jahrzehnten rückgängig gemacht
werden könnten.
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