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Pflanzenschutzmittel: 320 Wirkstoffe
verschwinden vom Markt
Bis Ende nächsten Jahres
werden europaweit 320 Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel
vom Markt verschwinden. Die Substanzen sind nie auf ihre Verträglichkeit
getestet worden.
(jkm) - Dies teilte die Biologische
Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig mit. Dort fand jetzt eine
Sitzung des Europäischen Gremiums für die Prüfung
von Pflanzenschutzmitteln statt. Neben den EU-Mitgliedstaaten
hatten auch erstmals die elf Beitrittskandidaten Vertreter entsandt.
Bereits seit 1996 treffen sich
die Fachwissenschaftler der nationalen Zulassungsbehörden
für Pflanzenschutzmittel, um über die Prüfung von
Wirkstoffen zu beraten. Meist sind die Hersteller den Forschern
weit voraus: Von insgesamt 800 Wirkstoffen, die in Europa in irgendeinem
Land eine Zulassung für den Pflanzenschutz haben, sind erst
90 Wirkstoffe eingehend beurteilt worden. Weitere 60 Wirkstoffe
werden zur Zeit überprüft.
Der Arbeitsaufwand für jede
abschließende Beurteilung sei immens, so Hans-Gerd Nolting,
der Leiter der BBA-Abteilung für Pflanzenschutzmittel und
Anwendungstechnik. Das Dossier für einen Wirkstoff umfasse
bis zu 100.000 Blatt Papier.
Für 320 Wirkstoffe können
sich die Forscher die Arbeit sparen. Die Hersteller werden sich
dem europäischen Überprüfungsverfahren nicht stellen
und die betreffenden Mittel vom Markt nehmen. Die meisten dieser
Wirkstoffe seien in Deutschland nie zugelassen gewesen, teilte
die BBA mit. Allerdings gebe es noch mehrere Pflanzenschutzmittel
auf dem deutschen Markt, in denen zwanzig derartige Wirkstoffe
vorkommen.
Diese hätten einen so kleinen
Markt, dass die Firmen die hohen Kosten scheuten. Ein Beispiel
sei ein Wundverschlussmittel, das nach Schneidemaßnahmen
oder anderen Verletzungen bei Obstbäumen auf die frischen
Wunden gestrichen werde. Auch ein Mittel gegen Rapsglanzkäfer
und die Kleine Kohlfliege im Gemüsebau werde aus dem Handel
genommen.
Künftig soll es eine europaweit
gültige Liste geben, in der alle für den Pflanzenschutz
zulässigen Wirkstoffe verzeichnet sind. Präparate, die
darüber hinaus gehende Wirkstoffe enthalten, sollen nicht
mehr auf den europäischen Markt kommen.
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