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Lebensmittel-Tests: Nur wenige Waren
mit Schadstoffen belastet
Deutsche Lebensmittel sind
weniger mit Schadstoffen belastet als die jüngsten Skandale
vermuten lassen: Bei einer bundesweiten Untersuchung überschritten
nur 1,6 Prozent der getesteten Proben die gesetzlich festgelegten
Schadstoff- Höchstmengen.
Berlin (dpa) - Dies sagte Jürgen
Müller, Spezialist für Umweltchemikalien im Bundesinstitut
für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin
(BgVV) am Dienstag in Berlin. «Diesen positiven Trend gibt
es seit mehreren Jahren», ergänzte Müller.
Für das so genannte Lebensmittel-Monitoring
werden seit 1995 jedes Jahr rund 20 Lebensmittel auf 180 unerwünschte
Stoffe getestet, unter anderem auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln,
auf Schwermetalle oder Umweltschadstoffe. «Man muss sich
die Auswahl der Lebensmittel wie einen Warenkorb vorstellen, dessen
Inhalt wir bis zum Jahr 2002 abarbeiten», erläuterte
Müller.
In der nun ausgewerteten Untersuchungsreihe
aus dem Jahr 2000 bildete Säuglings- und Kleinkindernahrung
einen der Schwerpunkte, getestet wurden aber auch Gurken, Chinakohl,
Erdnüsse und Olivenöl. Insgesamt untersuchten Umweltchemiker
in diesem Jahr für die Testreihe 4818 Proben, die sich auf
23 unterschiedliche Lebensmittel verteilen.
«In den meisten Proben gab
es entweder keine Verunreinigungen oder nur ganz geringe Mengen»,
sagte Müller. Anlass zur Vorsicht beim Verzehr gebe es deshalb
nicht - nur einige Verbraucher-Tipps: Da rund zehn Prozent der
Test-Gurken mehr Pflanzenschutzmittel als erlaubt aufwiesen, rät
das BgVV dazu, das Gemüse vor dem Verzehr gründlich
zu waschen oder zu schälen.
Erdnüsse fielen den Testern
durch ihre hohen Gehalte an Cadmium oder Aflatoxinen auf. «Das
ist aber nicht weiter bedenklich», sagte Müller. «Um
der Gesundheit zu schaden, müsste jemand eine Leben lang
große Mengen von Erdnüssen essen».
Säuglings- und Kindernahrung
waren dagegen laut BgVV weitgehend frei von unerwünschten
Stoffen - einzige Ausnahme sei Obstbrei gewesen, der allerdings
nur vereinzelt unbedeutende Schadstoff-Spuren aufgewiesen habe.
Beim Lebensmittel-Monitoring bleiben
Schadstoffe außen vor, die seit Jahren nicht mehr zugelassen
sind und illegal angewendet werden - beispielsweise Nitrofen.
«Parallel zum Monitoring haben wir aber Nitrofen-Tests gemacht»,
sagte Müller. Rund 1300 Untersuchungen von pflanzlichen Lebensmitteln
seien im Jahr 2000 aber negativ ausgefallen.
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