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- 29.07.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Nerven: Wie das Streicheln ins Gehirn kommt

Mediziner haben herausgefunden, dass Nervenbahnen, deren Funktion bisher unbekannt war, für das angenehme Gefühl beim Austausch von Streicheleinheiten verantwortlich sind.

(jkm) - Im Gegensatz zu normalen Berührungen löst sanftes Streicheln angenehme Gefühle aus. Welche Nerven für diese unterschiedlichen Empfindungen verantwortlich sind, glauben schwedische und kanadische Neurowissenschaftler jetzt herausgefunden zu haben. Bestimmte Nervenfasern der Haut leiten ihre Signale demnach ausschließlich in Gehirnbereiche, die auch bei sexueller Erregung aktiviert werden.

Das Team um Håkan Olausson von der Universität Göteborg untersuchte eine Patientin, die an einer ungewöhnlichen Krankheit litt. Der Frau fehlten von der Nase abwärts die für den Tastsinn verantwortlichen Nervenfasern der Haut. Lediglich ein Typ von Fasern war erhalten geblieben, die so genannten taktilen C-Fasern. Diese Fasern reagieren sehr träge und leiten ihre Signale mit vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten von etwa einem Meter pro Sekunde ins Gehirn. Ihre Funktion war bislang unklar.

Strichen die Forscher mit einem weichen Pinsel über den Unterarm der Frau, nahm sie einen leichten, angenehmen Berührungsreiz wahr. Die Richtung des Pinselstriches konnte sie jedoch nicht angeben. Eine Untersuchung per funktioneller Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) zeigte, dass die Berührung im Gehirn normaler Probanden sowohl die normalen Wahrnehmungsfelder im Gehirn als auch Teile des so genannten Inselkortex aktivierte. Dagegen sprach bei der Patientin ausschließlich der Inselkortex an.

Diese Region der Großhirnrinde wird "durch Wärmereize und - interessanterweise - auch bei optisch hervorgerufenen romantischen Gefühlen und sexueller Erregung aktiviert", so Olausson und Kollegen in einem online veröffentlichten Artikel des Fachblatts "Nature Neuroscience".

Ihrer Ansicht nach ging diese Reaktion auf die verbliebenen C-Fasern in der Haut ihrer Patientin zurück. Die Funktion der Fasern sei es demnach nicht, lebenswichtige Details einer Berührung wie beispielsweise ihre Stärke oder Richtung zu unterscheiden. Vielmehr spielten sie eine wichtige Rolle, wenn es um die "affektiven Aspekte" einer Berührung gehe, und seien vermutlich an der emotionalen, hormonellen und Verhaltensreaktionen auf bestimmte Berührungen beteiligt.


© ArtToday

Mediziner haben herausgefunden, welche Nervenbahnen für das angenehme Gefühl beim Austausch von Streicheleinheiten verantwortlich sind.

 

 Mehr Informationen:

nature science update

Mechanische Sinne

Das Nervensystem

 

 

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