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Aggression: Gewalt im Aquarium versetzt
Kampffische in Rage
Schon der Anblick eines Kampfes
zwischen zwei Artgenossen bringt Kampffische derartig auf Trab,
dass sie aus ihren eigenen Kämpfen häufiger als Sieger
hervorgehen, haben Verhaltensforscher herausgefunden. Ähnliches
könne auch für Menschen gelten.
(jkm) - Ethan Coltfelter und Aaron
Paolino vom Providence College, Rhode Island, USA, wollten mehr
über das Verhalten der siamesischen Kampffische (Betta splendens)
herausfinden. Die Männchen dieser Art gehen aggressiv gegen
Artgenossen vor, um ihr Territorium und gegebenenfalls ihr aus
Schaumblasen bestehendes Nest zu verteidigen. Unter Aquarianern
erfreut sich diese farbenprächtige Art großer Beliebtheit,
speziell die Zuchtformen mit ihren schleierartigen Flossen.
Die Biologen arrangierten Kämpfe
zwischen zwei Männchen und ließen ein drittes Männchen
dabei zuschauen. Dann brachten sie diesen "Zuschauer"
mit einem weiteren Männchen zusammen, das zuvor keinen Kampf
gesehen hatte. Unabhängig von der Körpergröße
der Kontrahenten ging der "Zuschauer" aus vier von fünf
Kämpfen als Sieger hervor, berichten die Forscher auf dem
Treffen der "Animal Behavior Society" in Bloomington,
Indiana.
Anstieg der Verbrechensrate
nach einem Fußballspiel
Frühere Untersuchungen hatten
gezeigt, dass das bloße Zuschauen bei einem Kampf den Testosteron-Spiegel
von Kampffischen ansteigen lässt. Zudem erwiesen sich Fische
mit einem hohen Hormonspiegel als angriffslustiger. Die Untersuchungen
von Coltfelter und Paolino verknüpfen nun erstmals diese
Fakten.
Ein ganz ähnlicher Hormonschub
könne auch bei Menschen beobachtet werden, so Coltfelter
gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Science".
Sein Kollege Lee Dugatkin von der University of Louisville, Kentucky,
führt die Analogie sogar noch weiter. "Nach einem großen
Fußballspiel kann man einen Anstieg der Verbrechensrate
feststellen, ausgelöst durch einen Schub von Aggressionshormonen
speziell bei Männern."
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