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Studie: Uran-Munition verseucht Kriegsgebiete
Der Einsatz von Uran-Munition
im Golfkrieg und auf dem Balkan hat den Erdboden in den Kriegsgebieten
langfristig verseucht. Gefährdet sind jetzt in erster Linie
Kinder, die auf dem Untergrund spielen.
(jkm) - Dies gehe aus einer italienischen
Studie hervor, berichtet der "New Scientist". Demnach
sind die betroffenen Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt,
Krebs oder Nierenschäden zu bekommen.
Innerhalb der letzten zehn Jahre
wurden über dem Golf und dem Balkan rund 270 Tonnen Uran-haltige
Bomben abgeworfen. Die meisten Sprengkörper setzte die US-Armee
ein. Beim Aufprall auf harte Ziele wird das Schwermetall freigesetzt
und die weitere Umgebung des Einschlagortes belastet.
Die Forscher um Daniele Dominici
an der Universität von Florenz schätzen, dass Kinder
durch das Einatmen von nur 0,1 Gramm belasteten Staubes bereits
eine Strahlendosis von 1,44 Millisievert aufnehmen.
Zum Vergleich: Die allgemeine
Strahlenbelastung in Deutschland liegt bei etwa 4 Millisievert
pro Jahr. Der natürliche Anteil beträgt 2,4 Millisievert.
Der Rest stammt von radioaktiven Stoffen aus Medizin und Technik,
insbesondere aus der Röntgendiagnostik.
Bei Kindern könne schon die
Aufnahme von 120 Milligramm Uran-Munition Nierenschäden auslösen,
warnt Dominici. Die Gebiete, in denen Uranmunition abgeworfen
wurde, müssten deshalb sorgfältig untersucht und im
Zweifelsfall gereinigt werden.
Die italienische Studie soll in
einer der nächsten Ausgaben des "Journal of Environmental
Radioactivity" veröffentlicht werden. Dass bisher unterschätze
Gefahren von Uran-haltigen Waffen ausgehen, haben auch britische,
irische und amerikanischen Studien gezeigt. Sie bestärken
Mediziner wie Umweltschützer in der Forderung, Uran-Munition
grundsätzlich zu verbieten.
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