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- 25.07.2002 -

 

 

 

 

 


 

Studie: Uran-Munition verseucht Kriegsgebiete

Der Einsatz von Uran-Munition im Golfkrieg und auf dem Balkan hat den Erdboden in den Kriegsgebieten langfristig verseucht. Gefährdet sind jetzt in erster Linie Kinder, die auf dem Untergrund spielen.

(jkm) - Dies gehe aus einer italienischen Studie hervor, berichtet der "New Scientist". Demnach sind die betroffenen Kinder einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Krebs oder Nierenschäden zu bekommen.

Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden über dem Golf und dem Balkan rund 270 Tonnen Uran-haltige Bomben abgeworfen. Die meisten Sprengkörper setzte die US-Armee ein. Beim Aufprall auf harte Ziele wird das Schwermetall freigesetzt und die weitere Umgebung des Einschlagortes belastet.

Die Forscher um Daniele Dominici an der Universität von Florenz schätzen, dass Kinder durch das Einatmen von nur 0,1 Gramm belasteten Staubes bereits eine Strahlendosis von 1,44 Millisievert aufnehmen.

Zum Vergleich: Die allgemeine Strahlenbelastung in Deutschland liegt bei etwa 4 Millisievert pro Jahr. Der natürliche Anteil beträgt 2,4 Millisievert. Der Rest stammt von radioaktiven Stoffen aus Medizin und Technik, insbesondere aus der Röntgendiagnostik.

Bei Kindern könne schon die Aufnahme von 120 Milligramm Uran-Munition Nierenschäden auslösen, warnt Dominici. Die Gebiete, in denen Uranmunition abgeworfen wurde, müssten deshalb sorgfältig untersucht und im Zweifelsfall gereinigt werden.

Die italienische Studie soll in einer der nächsten Ausgaben des "Journal of Environmental Radioactivity" veröffentlicht werden. Dass bisher unterschätze Gefahren von Uran-haltigen Waffen ausgehen, haben auch britische, irische und amerikanischen Studien gezeigt. Sie bestärken Mediziner wie Umweltschützer in der Forderung, Uran-Munition grundsätzlich zu verbieten.

 Mehr Informationen:

New Scientist

IPPNW: Uranhaltige Munition

 

 Lesen Sie auch:

Radioaktivität: Tritium-Gefahr unterschätzt

Asien: Überschwemmung in Uran-Minen

 

 

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