vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 24.07.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Mittelamerika

Die Mayas scheiterten an der Umweltzerstörung

Wissenschaftler machen den exzessiven Brandrodungsbau der Maya mitverantwortlich für Umweltschäden von denen sich der tropische Regenwald selbst nach 2000 Jahren noch nicht erholt hat.

(jkm) - Die Maya der zentralamerikanischen Regenwälder bauten schon immer am Wasser. Doch warum suchten sie die Nähe sumpfiger Niederungen, die nur wenige Monate im Jahr Wasser führen? Ein Team aus Geographen und Anthropologen untersuchte dieses Problem und stieß auf die Spuren der "folgenreichsten Umweltveränderung im vorkolumbischen Amerika."

Seit 2.000 v. Chr. errichteten indianische Brandrodungsbauern ihre ersten Siedlungen im Tiefland von Guatemala und Belize, bevorzugt in der Nähe von flachen Bodensenken (spanisch: Bajo). Die sumpfigen Karstmulden im Kalksteinboden werden heute nur noch zwischen Juli und November bewässert. Seit langem fragen sich Forscher und Reisende, warum die Maya der vorklassischen Zeit ein solch ungünstiges Terrain für ihre Niederlassungen wählten.

Der Geograph Nicholas Dunning und der Anthropologe Vernon Scarborough von der Universität von Cincinnati führten seit 1997 42 Testgrabungen an fünf Bajos im Nordwesten von Belize und im Nordosten von Guatemala durch. Einige Meter unter der Erdoberfläche stießen sie auf die Torfschicht eines ausgedehnten Feuchtgebietes, in der sie Pollen von Bäumen, Wasserpflanzen und Mais fanden. Offensichtlich waren die Bajos vor viertausend Jahren ganzjährig von Wasser bedeckt.

"Diese hydrologisch stabilen Ökosysteme stellten vermutlich ein attraktiveres Siedlungsgebiet dar als die Sümpfe, die sich heute einige Monate lang bilden," berichten sie in der aktuellen Ausgabe der "Annalen" der Vereinigung amerikanischer Geographen.

Zwischen 400 v. Chr. und 250 n. Chr. begann die Versumpfung der Bajos. Um 100 n. Chr. war das Oberflächenwasser während des größten Teils des Jahres verschwunden, eine Tonschicht verschloss die tiefer gelegenen Torflagen. Die Wissenschaftler machen für diese Umweltschäden den exzessiven Brandrodungsbau der Maya in Verbindung mit einem Klimawandel verantwortlich. Immer größere Waldflächen wurden zur Anlage von Feldern für die wachsende Bevölkerung gerodet, Steinbrüche für die Häuser der Städte zerfurchten das Land. Die Erosion nahm zu. Regenfälle füllten die flachen Seen mit Ablagerungen.

Die Versumpfung der Bajos fällt in das Ende der Präklassischen Zeit der Maya-Kultur (400 v. Chr. bis 150 n. Chr.), als viele Städte von ihren Bewohnern verlassen wurden. An anderen Orten gingen die Indianer zur Regulierung der Wasserversorgung über, indem sie Wasserbecken innerhalb ihrer Städte anlegten oder neue Quellen erschlossen: "Die Maya waren vermutlich die Hauptschuldigen an dieser Entwicklung durch die weitreichende Abholzung der Landschaft und den Abbau von Steinen für ihre Städte. Es ist aber ebenso bemerkenswert, dass sich die Maya in anderen Gebieten nicht nur erfolgreich an die veränderte Umwelt anpassten, sondern während der gesamten Klassischen Periode zu neuer Blüte gelangten."

Die Wissenschaftler sehen im Schicksal der frühen Maya-Städte eine Warnung vor den Folgen der Zerstörung des tropischen Regenwaldes. Selbst nach zweitausend Jahren hat sich dort die Umwelt nicht wieder regenerieren können: "Unsere Ergebnisse beweisen die verheerenden und nachhaltigen Konsequenzen der Entwaldung in den Tropen."

Allzu leicht wird übersehen, dass in den Feuchttropen etwa die achtfache Menge an Bodenmaterial durch Wasser erodiert wird als in Mitteleuropa. Grobe Schätzungen gehen davon aus, dass der Mensch im Lauf der letzten 10.000 Jahre mehr als zwei Drittel des natürlichen Waldbestandes der Erde vernichtet hat.


© ArtToday

Belize: Pyramide von Altun Ha, von dem angenommen wird, dass es erstmals vor mehr als 2000 Jahren besiedelt wurde.

 

 Mehr Informationen:

University of Cincinnati: Muddy Mayan Mystery Made Clearer by Researchers Working in the 'Bajos'

Archäologie Online: Maya

Indianer-Welt: Die Maya

g-o.de: Die grüne Wüste - Der tropische Regenwald - auf Sand gebaut

vista verde: Regenwald

 

 Lesen Sie auch:

Die Landwirtschaft kann das Wetter beeinflussen

Wälder weltweit durch Rodung bedroht

Australien: Lösten die Ureinwohner einen Weltenbrand aus?

 

 

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2002
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung