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Alaska: Gletscherschwund lässt
Meeresspiegel stark steigen
Allein die Gletscher Alaskas
geben in der jüngsten Zeit genügend Wasser ab, um den
Meeresspiegel weltweit um einen viertel Millimeter pro Jahr ansteigen
zu lassen. Die Bedeutung der Gletscher sei bislang deutlich unterschätzt
worden - und damit vielleicht auch der künftige Anstieg des
Meeresspiegels, berichten Geophysiker.
(jkm) - Der weltweite Anstieg
des Meeresspiegels geht hauptsächlich auf die Ausdehnung
des Wasserkörpers durch die Erwärmung und das Abschmelzen
von Gletschern zurück. Bislang war es jedoch schwierig, den
jeweiligen Beitrag dieser Faktoren zu ermitteln, da die meisten
Gletscher in schwer zugänglichen Gebieten liegen und die
Bilanzierung von Niederschlags- und Abflussmengen aufwändig
ist. Daher schloss man aus dem Verhalten einiger kleiner, gut
untersuchter Gletscher auf das ihrer größeren Vettern.
Anthony Arendt und seine Kollegen
von der University of Alaska in Fairbanks machten sich nun daran,
zumindest die Datenbasis für die 90.000 Quadratkilometer
Gletscherfläche in Alaska und im angrenzenden Kanada zu erweitern.
In den Jahren 1993 bis 1996 flogen die Forscher 67 Gletscher in
jenem Gebiet ab und vermaßen sie per Laser-Altimetrie.
An 28 dieser Gletscher konnten
sie die Vermessung in der jüngsten Zeit wiederholen. Diese
Daten verglich das Team dann mit bis zu 50 Jahre alten Höhenprofilen,
die US-amerikanische und kanadische Behörden aufgrund von
Luftbildern erstellt hatten.
Bis Mitte der 90er-Jahre haben
die Gletscher pro Jahr durchschnittlich 52 Zentimeter an Dicke
eingebüßt, berichten die Forscher im Magazin "Science".
Umgerechnet auf alle Gletscher in Alaska und im angrenzenden Kanada
ergebe sich ein jährlicher Volumenverlust von rund 52 Kubikkilometern
Wasser - ausreichend für einen Anstieg des Meeresspiegels
um 0,14 Millimeter pro Jahr. Diese Werte liegen ein Vielfaches
über früheren Schätzungen, die auf einem - wie
sich jetzt zeigte - relativ langsam schrumpfenden Gletscher beruhten.
Für das letzte Jahrzehnt
berechneten Arendt und seine Kollegen sogar eine jährliche
Dickenabnahme von 1,8 Meter - entsprechend 96 Kubikkilometer Wasser
pro Jahr und einem Anstieg des Meeresspiegels um jährlich
0,27 Millimeter. Allein die Gletscher Alaskas und Westkanadas
seien damit für ein Zehntel des Anstiegs des Meeresspiegels
verantwortlich, schreiben die Forscher.
"Über 100 Millionen
Menschen leben nicht mehr als einen Meter über dem mittleren
Meeresspiegel", schreiben Mark Meier und Mark Dyurgerov von
der University of Colorado, Boulder, in einem Kommentar. Besonders
schwerwiegend sei das Problem für Staaten auf kleinen, niedrig
liegenden Inseln. Die neuen Ergebnisse ließen jedoch vermuten,
dass der künftige Anstieg des Meeresspiegels bislang sogar
unterschätzt worden sei.
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