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- 18.07.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Alaska: Gletscherschwund lässt Meeresspiegel stark steigen

Allein die Gletscher Alaskas geben in der jüngsten Zeit genügend Wasser ab, um den Meeresspiegel weltweit um einen viertel Millimeter pro Jahr ansteigen zu lassen. Die Bedeutung der Gletscher sei bislang deutlich unterschätzt worden - und damit vielleicht auch der künftige Anstieg des Meeresspiegels, berichten Geophysiker.

(jkm) - Der weltweite Anstieg des Meeresspiegels geht hauptsächlich auf die Ausdehnung des Wasserkörpers durch die Erwärmung und das Abschmelzen von Gletschern zurück. Bislang war es jedoch schwierig, den jeweiligen Beitrag dieser Faktoren zu ermitteln, da die meisten Gletscher in schwer zugänglichen Gebieten liegen und die Bilanzierung von Niederschlags- und Abflussmengen aufwändig ist. Daher schloss man aus dem Verhalten einiger kleiner, gut untersuchter Gletscher auf das ihrer größeren Vettern.

Anthony Arendt und seine Kollegen von der University of Alaska in Fairbanks machten sich nun daran, zumindest die Datenbasis für die 90.000 Quadratkilometer Gletscherfläche in Alaska und im angrenzenden Kanada zu erweitern. In den Jahren 1993 bis 1996 flogen die Forscher 67 Gletscher in jenem Gebiet ab und vermaßen sie per Laser-Altimetrie.

An 28 dieser Gletscher konnten sie die Vermessung in der jüngsten Zeit wiederholen. Diese Daten verglich das Team dann mit bis zu 50 Jahre alten Höhenprofilen, die US-amerikanische und kanadische Behörden aufgrund von Luftbildern erstellt hatten.

Bis Mitte der 90er-Jahre haben die Gletscher pro Jahr durchschnittlich 52 Zentimeter an Dicke eingebüßt, berichten die Forscher im Magazin "Science". Umgerechnet auf alle Gletscher in Alaska und im angrenzenden Kanada ergebe sich ein jährlicher Volumenverlust von rund 52 Kubikkilometern Wasser - ausreichend für einen Anstieg des Meeresspiegels um 0,14 Millimeter pro Jahr. Diese Werte liegen ein Vielfaches über früheren Schätzungen, die auf einem - wie sich jetzt zeigte - relativ langsam schrumpfenden Gletscher beruhten.

Für das letzte Jahrzehnt berechneten Arendt und seine Kollegen sogar eine jährliche Dickenabnahme von 1,8 Meter - entsprechend 96 Kubikkilometer Wasser pro Jahr und einem Anstieg des Meeresspiegels um jährlich 0,27 Millimeter. Allein die Gletscher Alaskas und Westkanadas seien damit für ein Zehntel des Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich, schreiben die Forscher.

"Über 100 Millionen Menschen leben nicht mehr als einen Meter über dem mittleren Meeresspiegel", schreiben Mark Meier und Mark Dyurgerov von der University of Colorado, Boulder, in einem Kommentar. Besonders schwerwiegend sei das Problem für Staaten auf kleinen, niedrig liegenden Inseln. Die neuen Ergebnisse ließen jedoch vermuten, dass der künftige Anstieg des Meeresspiegels bislang sogar unterschätzt worden sei.


© ArtToday

Muir Inlet im Glacier Bay National Park, Alaska

 

 Mehr Informationen:

Geophysical Institute of the University of Alaska

University of Colorado: Arctic Climate Project

State of the Cryosphere

g-o.de: Gletscher - Weiße Riesen auf dem Rückzug

glaziologie.de - Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Das Klima des 20. und 21. Jahrhunderts

vista verde: Klima

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