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Rund um die Uhr:
Ruhelose Städte erhöhen
gesellschaftliche Kosten
Die Rastlosigkeit heutiger
Gesellschaften bringt nicht nur Vorteile, sie fordert auch einen
hohen gesellschaftlichen Preis.
(jkm) - Besonders in Großstädten
haben sich Zonen kontinuierlicher Aktivität entwickelt, die
vor allem durch den Dienstleistungssektor geprägt werden.
Hier herrschen sehr ausgedehnte individuelle Arbeitszeiten und
ausgedehnte Betriebszeiten. Doch lange Arbeitszeiten und Nachtarbeit
führen zu Übermüdung und mehr Unfällen. Dies
könne enorme gesellschaftliche Kosten verursachen, meinen
Berliner Wissenschaftler.
Das Deutsche Institut für
Urbanistik (Difu) in Berlin untersuchte am Beispiel der Städte
Berlin, Frankfurt/Main und Wien mögliche Folgen der Nonstop-Aktivität.
Die drei Städte seien zwar auf dem Weg in die zeitliche Ausdehnung,
so die Forscher, aber bis auf wenige Zonen, die sich vor allem
in Berlin befänden, von einer Rund-um-die-Uhr Aktivität
noch entfernt.
Durch den Verlust von Arbeitsplätzen
in der Industrie seien eigentlich viele Gründe für Schicht-
und Nachtarbeit entfallen. Trotzdem hätten alle Arbeitsformen,
die auf Ausdehnung gerichtet seien, europaweit leicht zugenommen.
Diese Tendenzen fanden die Forscher
in allen drei Städten in unterschiedlichem Maße: Frankfurt
wird besonders von der Finanzwirtschaft angetrieben, Berlin durch
die Freizeit- und Konsumansprüche der Bewohner und Besucher
sowie teilweise auch durch die New Economy, Wien folgt dem Trend
widerwillig und mit einem zeitlichen Entwicklungsabstand.
Die Ausdehnung der Arbeitszeiten
trifft bisher nur eine Minderheit, die jedoch stetig wächst.
Wohin die Reise geht, lässt sich nach Meinung der Forscher
an hoch vernetzten Städten wie New York, Las Vegas, Tokio
und Shanghai mit ihren Nonstop-Gesellschaften erkennen. Dort lasse
sich die Aufgabe bisheriger "sozialer Rhythmen" beobachten,
die soziale, ökonomische und ökologische Folgen nach
sich zögen.
Die Ausdehnung von Arbeitszeiten
in ehemalige Ruhephasen halten die Forscher für gefährlich,
speziell die Nachtarbeit stehe im Widerspruch zum menschlichen
Biorhythmus. Nicht ohne Grund hätten sich zahlreiche Großkatastrophen
der letzten Jahrzehnte nachts ereignet.
Eine wichtige Herausforderung
an Politik und Gesetzgeber bestehe darin, diese Schäden nicht
nur zu reduzieren - vielmehr komme es darauf an, die Kosten auch
dem jeweiligen Verursacher anzulasten.
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