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Umweltgifte: PCB senken Wahrscheinlichkeit
für Söhne
Kommen heranwachsende Männer
mit Dioxinen oder ähnlichen Verbindungen in Kontakt, zeugen
sie später weniger Söhne.
(jkm) - Bei Frauen und älteren
Männern scheinen die Gifte dagegen keinen Einfluss auf das
Geschlecht des Nachwuchses zu haben. Das berichten britische und
taiwanische Mediziner im Fachblatt "The Lancet".
Iliana del Rio Gomez von der London
School of Hygiene and Tropical Medicine und ihre Kollegen von
der National Cheng Kung University in Tainan werteten die Daten
von fast 1.700 taiwanischen Männern und Frauen aus, die im
Jahr 1979 mit Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB) kontaminiertes
Reisöl konsumiert und später mindestens ein Kind bekommen
hatten.
Waren die Männer zum Zeitpunkt
des Unglücks jünger als 20 Jahre gewesen, waren rund
46 Prozent der von ihnen gezeugten Kinder Söhne. Bei nicht
betroffenen Männern gleichen Alters oder aus der gleichen
Wohngegend lag der Anteil dagegen bei über 54 Prozent. Für
Männer, die bei der Aufnahme der Substanzen älter als
20 Jahre gewesen waren, oder Frauen zeigten sich dagegen keine
klaren Unterschiede.
Den Hauptteil der in das Reisöl
gelangten Substanzen hätten solche PCB ausgemacht, die die
Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen unterdrückten,
schreiben die Forscher. Zwar sei noch unklar, auf welche Art und
Weise solche Substanzen das Geschlecht des Nachwuchses beeinflussten.
Vielleicht hätten sie aber die Überlebensfähigkeit
von Spermien mit einem Y-Chromosom reduziert oder die Entwicklung
männlicher Embryonen gestört.
Dioxine und PCB sind chlorhaltige
Ringverbindungen, die in der Umwelt nur langsam abgebaut werden
und sich in der Nahrungskette anreichern. Die offene Verwendung
von PBC, beispielsweise in Lacken oder Imprägniermitteln,
ist in Deutschland seit 1978 verboten, 1983 wurde die Produktion
der Substanzen eingestellt und 1989 verboten. PCB-haltige Produkte
mussten bis spätestens 1999 aus dem Verkehr gezogen werden.
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