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- 11.07.2002 -

 

 

 

 


 

Mäuse-Spermien: Schneller im Team

Wenn es darum geht, eine Eizelle zu befruchten, kämpft jedes Spermium für sich. Die männlichen Samenzellen können aber auch kooperieren, wenn das Vorteile fürs gemeinsame Erbgut bringt.

(jkm) - An Spermien der Waldmaus (Apodemus sylvaticus) hat jetzt ein europäisches Forschungsteam beobachtet, dass die Einzelkämpfer sich für kurze Zeit zusammenschließen, um als "Spermienzug" schneller voran zu kommen.

Die Mäusespermien schließen sich schon ein bis zwei Minuten nach der Ejakulation zusammen, indem sie sich mit einem Kopf-Haken am Kopf oder Schwanz eines anderen Spermiums einklinken. So bewegen sich Dutzende bis Hunderte von Spermien wie Waggons in einem Zug vorwärts.

Die Kooperation beschleunigt die Spermien im Vergleich zu Einzelkämpfern um rund 50 Prozent. Das berichtet ein Team britischer, australischer und tschechischer Wissenschaftler im Magazin "Nature".

Die Spermien stellen ihr Eigeninteresse zurück, weil sie so den Genen des Männchens Vorteile gegenüber konkurrierendem Erbgut verschaffen wollen, spekulieren die Forscher. Im Laborversuch koppelten sich Tausende Samenzellen aneinander, im Normalfall bestünde ein Spermienzug nach Schätzung der Wissenschaftler wohl aus 50 bis 200 Zellen.

Die Solidarität ist allerdings nicht von Dauer: Nach zwanzig bis dreißig Minuten fällt der Zug auseinander und jeder ist sich selbst der nächste. Das Entkoppeln wird durch eine chemische Reaktion im Spermienkopf ausgelöst, mit der sich die Samenzelle auf das Eindringen in die Eizelle vorbereitet.

Die Spermien der Waldmaus müssen besonders schnell sein, weil die Tiere nichts von Monogamie halten und sich mit häufig wechselnden Partnern paaren.

 Mehr Informationen:

nature science update

Mäuseasyl: Waldmaus

 

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