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Nobelpreisträger warnt vor stärkerem
Treibhauseffekt
Vor den Gesundheit- und Umweltgefahren
durch die Vernichtung von Wäldern hat der Chemie-Nobelpreisträger
Paul Crutzen gewarnt.
Lindau/Bodensee (dpa) - «Jährlich
werden in den Tropen und Subtropen zwei bis zu fünf Milliarden
Tonnen Biomasse verbrannt», sagte Crutzen in einem dpa-Gespräch.
Dabei entstehe eine erhebliche Luftverschmutzung in den betreffenden
Ländern. Auch der Treibhauseffekt werde verstärkt, erläuterte
der 68-jährige bei der 52. Nobelpreisträgertagung in
Lindau vom 1. bis 5. Juli.
Der ehemalige Leiter der Abteilung
Atmosphärenchemie am Max- Planck-Institut für Chemie
in Mainz warnt in seinen Vorträgen aber auch immer wieder
vor einer zu großen Ausbeutung der fossilen Brennstoffe
wie Öl und Kohle. Die daraus entstehenden Treibhausgase,
vor allem aus den Industrieländern, hätten sogar Auswirkungen
auf die Ozonschicht.
Die Treibhausgase erwärmten
zwar die untere Atmosphäre, dagegen werde die Stratosphäre,
wo die Ozonschicht liegt, abgekühlt. Diese tiefen Temperaturen
aktivieren laut Crutzen Chlor in den oberen Atmosphärenschichten
und fördern damit den Abbau der vor UV-Strahlen schützenden
Ozonschicht.
«Die Treibhausgase könnten
damit nach unserem derzeitigem Wissen das Schließen des
Ozonlochs um weitere zehn Jahre verzögern», sagte der
Nobelpreisträger. «Da die Ozon-schädigenden FCKW
1996 verboten wurden, ging man bislang davon aus, dass sich das
Ozonloch bis Mitte dieses Jahrhunderts schließt»,
sagte Crutzen, der für seine Forschungsarbeiten zum Ozonabbau
und der Chemie der Atmosphäre 1995 den Chemie-Nobelpreis
erhielt.
Crutzen setzt sich für technische
Entwicklungen ein, die helfen, Roh- und Treibstoffe zu sparen.
«Wir müssen auch den ärmeren Ländern helfen,
alternative Energiequellen, wie Wind, Wasser und die Sonne zu
nutzen.» So sollte Methangas, das weltweit auf Müllhalden
entsteht, verstärkt als Energiequelle genutzt werden.
Mit Abkommen wie etwa der Vereinbarung
zur Reduzierung von Treibhausgasen im japanischen Kyoto sei der
richtige Weg eingeschlagen worden. Allerdings müssten die
Anstrengungen in Zukunft verstärkt werden und alle Ländern
sollten mitmachen: «Aber wir können alle auch bei uns
daheim anfangen, indem wir uns täglich überlegen, wie
wir am besten Energie sparen können.»
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