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Australien: Kühe meiden Kuhfladen
Kühe hungern anscheinend
lieber, als auf einer Weide voller Kuhfladen zu grasen, haben
Forscher herausge- funden. Für diese Erkenntnis mussten die
Kühe allerdings gewindelt werden.
(jkm) - Milchbauern und Agrarwissenschaftler
würden gerne die Produktivität einer Weide vorhersagen
können. Dabei spielt das Fressverhalten des Viehs eine entscheidende
Rolle - je mehr Gras die Tiere fressen, desto mehr Milch produzieren
sie.
"Wir wissen, wie viel eine
Kuh auf einer einheitlichen Weide frisst" so Michael Friend
von der Charles Stuart University in Wagga Wagga, New South Wales,
gegenüber dem australischen Sender ABC. "Wenn es allerdings
um eine uneinheitliche Weide geht, etwa eine mit Dung verschmutzte,
haben wir Probleme, die von einer Kuh gefressene Grasmenge zu
schätzen."
Friend und seine Kollegen gingen
das Problem nun mit einem ungewöhnlichen Experiment an, berichtet
ABC. Zunächst platzierten sie Kuhfladen in strategischen
Positionen auf einer Weide. In den Haufen steckten Empfänger,
die eine sich nährende Kuh anhand ihres Sendehalsbands erkennen
konnten.
Zudem wurde das "kontaminierte"
Areal mit Farbe markiert, um erkennen zu können, ob die Kühe
dort gegrast hatten oder nicht. Der Rest der Weide war frei von
Kuhfladen. Und damit das so blieb, hängten die Forscher und
Landwirte den Tieren Auffangbeutel für Kot um.
Innerhalb von drei Tagen hatten
die Kühe die fladenfreie Fläche vollständig abgegrast,
das mit Kuhfladen gespickte Areal dagegen gemieden. Jetzt standen
sie vor der Entscheidung, auch auf der kontaminierten Fläche
zu grasen oder zu hungern.
Nur ein einziges Tier machte sich
ohne Zögern über das verbliebene Gras her, beobachteten
die Forscher. Die meisten anderen brauchten dagegen längere
Zeit, bis auch sie sich zum Fressen entschieden. Einige Kühe
konnten sich dagegen auch bis zur Beendigung des Experiments am
vierten Abend nicht zum Fressen durchringen.
Könnte man die Produktivität
einer Weide also steigern, indem man den Kühen Windeln anlegt?
Friend verweist darauf, dass Kuhfladen ohnehin im Laufe einer
Woche oder eines Monats zersetzt würden, je nach Wetter und
Mistkäfer-Aktivität.
Zudem hätten die Versuchskühe
sich derart gegen das Anlegen der Auffangbeutel gesträubt,
dass von ursprünglich zwölf geplanten nur acht Tiere
an dem Experiment teilnahmen. Auch müssten die Beutel alle
drei Stunden geleert werden, was einen hohen zusätzlichen
Aufwand darstelle.
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