|
Gesundheit: Smog hemmt Entwicklung kindlicher
Lungen
Wachsen Kinder in einer Gegend
mit Luftverschmutzung auf, leidet darunter die Entwicklung ihrer
Lungen, berichten amerikanische Mediziner.
(jkm) - Vor allem saurer Dunst,
Ruß und Ozon bremsen demnach Wachstum und Entwicklung der
Kinderlungen und machen sie anfälliger für akute und
chronische Krankheiten - auch noch im Erwachsenenalter, schreiben
die Wissenschaftler im "American Journal of Respiratory and
Critical Care Medicine".
Die Untersuchungen waren Teil
der auf zehn Jahre ausgelegten "Children's Health Study",
einer der umfangreichsten Studien zu den Auswirkungen von Smog
auf Kinder. Dazu wurden in zwölf Gemeinden Südkaliforniens
die Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe und im Jahresrhythmus
die Lungenfunktion von dort lebenden Schülern bestimmt.
Für die aktuelle Arbeit werteten
James Gauderman von der University of Southern California, Los
Angeles, und seine Kollegen die Daten von 1.678 Kindern aus, die
im Jahr 1996 zehn Jahre alt waren und über vier Jahre an
der Studie teilnahmen.
Wie die Mediziner berichten, entwickelte
sich die Lungenfunktion bei Kindern aus den am stärksten
verschmutzten Gemeinden etwa elf Prozent langsamer als bei Kindern
aus den Gebieten mit der geringsten Luftverschmutzung. Bei Mädchen
wie Jungen und asthmatischen wie gesunden Kindern zeigten sich
ähnliche Effekte.
Als bedeutendsten Missetäter
machten die Forscher sauren Dunst aus, der unter anderem Salpeter-,
Ameisen- und Essigsäure enthält. Die Hauptquellen sind
Straßenverkehr und Industrieanlagen. Ruß aus Dieselmotoren,
feine Staubpartikel mit Durchmessern von unter 2,5 Mikrometern
(Tausendstel Millimetern), Stickstoffdioxid und Ozon hatten ebenfalls
Einfluss auf die Entwicklung der Kinder.
Ähnliche Ergebnisse hatte
die Untersuchung von rund 1.500 Schülern in den Jahren 1993
bis 1997 ergeben. "Wie auch bei der früheren Studie
war der Zusammenhang zwischen dem langsameren Anstieg der Lungenfunktion
und der Luftverschmutzung umso stärker, je mehr Zeit die
Kinder im Freien verbrachten", so Gauderman. "Genau
das sollte man erwarten, falls die Luftverschmutzung tatsächlich
einen schädlichen Einfluss auf Kinderlungen hat."
Kinder mit einer verminderten
Lungenfunktion könnten anfälliger für Atemwegserkrankungen
sein, so der Forscher. Und auch als Erwachsene besäßen
sie häufig relativ kleine, schwache Lungen und hätten
mit chronischen Lungenerkrankungen zu kämpfen.
Gauderman und sein Team wollen
nun den weiteren Werdegang der kleinen Studienteilnehmer verfolgen,
um mehr über diese späten Folgen der Luftverschmutzung
zu erfahren.
|