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- 27.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Studie: Alte Bleileitungen belasten das Trinkwasser

Alte Bleileitungen im Haushalt belasten auch heute noch das Trinkwasser, hat eine Studie der Universität Göttingen ergeben. Durch die überhöhten Werte sind besonders Kinder gefährdet.

(jkm) - Forscher der Abteilung Allgemeine Hygiene und Umweltmedizin der Universität Göttingen untersuchten die Problematik am Beispiel zweier kommunaler Versorgungsgebiete in Berlin sowie Göttingen und Umgebung.

"Unser Ziel war es, die Häufigkeit erhöhter Bleikonzentrationen im Trinkwasser von Wohnungen mit Familien mit Kleinkindern in den unterschiedlichen Wohnbezirken zu ermitteln. Außerdem haben wir betroffenen Familien Maßnahmen, wie zum Beispiel den Austausch der Leitungen, empfohlen, um die Bleiaufnahme zu vermindern," berichtet Hartmut Dunkelberg, der Leiter der Studie.

Für Leitungswasser hat die Weltgesundheitsorganisation WHO als Richtwert eine maximale Konzentration von zehn Mikrogramm je Liter angegeben. In Berliner Wasserproben fanden die Forscher aber Werte bis zu 186 Mikrogramm. Eine derartige Bleibelastung kann das Lernvermögen und die kindliche Entwicklung einschränken.

Im Raum Göttingen wurde das Trinkwasser von etwa 1.500 Wohnungen von Familien mit Kleinkindern untersucht. Erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser fanden sich unterschiedlich häufig. Im Stadtgebiet Göttingen wurde der Grenzwert in 1,6 Prozent der Messungen überschritten, in Friedland bei 11,1 Prozent. In vielen Fällen wurden die Bleileitungen nach der Entdeckung schnell ausgetauscht, berichten die Forscher.

In Berlin wurde etwa 10.000 Familien mit Kindern angeboten, ihr Trinkwasser auf Bleispuren hin zu untersuchen. Bei den beiden untersuchten Tagesprofilen hatten 5,6 Prozent beziehungsweise sieben Prozent aller Haushalte Bleiwerte über dem WHO-Grenzwert von zehn Mikrogramm. Der höchste Messwert lag bei 186 Mikrogramm. In verschiedenen Bezirken wie Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und Zehlendorf wurde in mehr als zehn Prozent der Wohnungen der Grenzwert überschritten.

Am empfindlichsten reagieren Kinder auf eine Bleiaufnahme. Diese kann bereits in der vorgeburtlichen Entwicklungsphase, häufiger in der Säuglingsphase und im Kleinkindalter stattfinden. Viele weltweit durchgeführte Studien an Kindern zeigen eindeutig, dass Defizite in Sprachbeherrschung und Aussprache, in Aufmerksamkeit und schulischer Leistung mit einer höheren Bleibelastung im Kindesalter in Beziehung stehen. Auch im Erwachsenenalter sind diese Effekte noch nachweisbar, selbst wenn die Bleigehalte im Blut dann nicht mehr erhöht sind.

Vielen Eltern von Kleinkindern ist das gesundheitliche Risiko durch Bleibelastung nicht bewusst. Häufig haben sie auch keine Kenntnisse über die technische Ausstattung ihres Hauses beziehungsweise das Material der Wasserleitungen, so dass die Notwendigkeit eines Austausches gar nicht erkannt werden kann.

 Mehr Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin

Umweltbundesamt

vista verde: Wasser

 

 

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