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Worldwatch-Studie: Umweltkrise durch
Berge von Elektronik-Müll
Die rasante Verbreitung von
Computern und anderen elektronischen Geräten beschert der
Welt einer neuen Umweltstudie zufolge einen verheerenden Berg
von Elektronik-Müll.
Washington (dpa) - Die Produktion
der Chips verschlinge zudem Chemikalien in gigantischem Ausmaß,
stellt das angesehene «Worldwatch-Institute» in einer
Studie fest, die am Freitag in Washington vorgelegt wurde.
«Die kurze Lebensdauer
und die wachsende Zahl dieser Geräte fachen die wachsende
Müllkrise weiter an», schreibt das Institut. Allein
in der Europäischen Union seien 1998 sechs Millionen Tonnen
Elektronik- Müll angefallen. Der Umfang wachse nach Schätzungen
um bis zu fünf Prozent im Jahr. Ein großer Teil davon
muss aber aufgearbeitet werden.
In den USA seien 1997 rund 2,9
Millionen Tonnen Elektronikmüll auf Abfallhalden gelandet.
In wenigen Jahren werde es wahrscheinlich vier Mal so viel sein.
In den USA würden bis Ende 2004 wahrscheinlich 315 Millionen
Computer ausrangiert. Der Elektronik-Müll sei besonders umweltgefährlich,
schreibt Worldwatch: Er enthalte unter anderem Blei, Kadmium und
Quecksilber.
Halbleiterindustrie sehr chemikalienintensiv
Die Halbleiterindustrie, die
die Chips für Computer und andere elektronische Geräte
produziert, sei so chemikalienintensiv wie keine andere, berichtet
Worldwatch. In einer Fabrik kämen bis zu 1.000 verschiedene
Chemikalien zum Einsatz.
In Santa Clara im Silicon Valley
in Kalifornien gebe es inzwischen mehr Giftmülldeponien als
in jeder anderen Region der USA. Worldwatch fordert die Industrie
auf, umweltverträglichere Chips mit weniger Chemikalien und
Computer mit mehr wiederverwendbaren Komponenten herzustellen.
In der Studie «Vital Signs»
untersucht das Worldwatch-Institut mehr als 50 Umwelt- und Sozialtrends,
darunter so unterschiedliche Aspekte wie die Auto- und Fahrradproduktion,
Limonade- und Schokoladeverbrauch, den Chemikalieneinsatz in der
Industrie, das Wachstum der Biotech-Industrie, die Höhe der
Auslandsverschuldung, das weltweite Spendenverhalten und den Anstieg
von Asthma-Fällen.
Windenergie in Deutschland
Spitze
Ermutigend findet das Institut
die weltweite Verbreitung der Windenergie, mit Deutschland, gemessen
an der Gesamtkapazität, deutlich an der Spitze. Danach wurden
im vergangenen Jahr weltweit 24 800 Megawatt durch Windenergie
erzeugt, davon mehr als ein Drittel, 8.700 Megawatt, in Deutschland.
Weltweit sei die Kapazität
innerhalb eines Jahres um 37 Prozent gestiegen, in Deutschland
um 43 Prozent. In Dänemark werde bereits 18 Prozent des Energiebedarfs
mit Wind erzeugt, in Deutschland 3,5 Prozent.
Das Institut macht zudem ein
wachsendes Umweltbewusstsein unter Verbrauchern aus. Der Absatz
Energie sparender Leuchtstofflampen sei im vergangenen Jahr um
15 Prozent auf mehr als 600 Millionen gestiegen. Damit würden
40 mittelgroße Kohlekraftwerke überflüssig, meint
Worldwatch.
In Thailand sei der Anteil von
Energie sparenden Kühlschränken 1998 innerhalb von zwei
Jahren von 12 auf 96 Prozent gestiegen.
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