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- 20.06.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Gefilmt: Springende Tropfen

Für einen Regentropfen sind die aufregendsten Millisekunden seines Lebens gekommen, wenn er auf eine feste Oberfläche trifft und wieder von ihr abprallt. Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen haben Physiker dieses Ereignis nun genauer untersucht und dabei erstaunliches entdeckt.

(jkm) - David Quéré vom Collège de France, Paris, und seine Kollegen ließen Wassertropfen auf eine stark wasserabweisende Oberfläche prallen. Dabei variierten sie Größe und Geschwindigkeit der Tropfen und filmten das Geschehen mit einer Hochgeschwindigkeitskamera, die bis zu 10.000 Bilder pro Sekunde aufnehmen konnte.

Je nach Aufprallgeschwindigkeit macht der Tropfen unterschiedliche Verformungen durch, berichtet das Team im Magazin "Nature". Bei niedrigen Geschwindigkeiten wird er lediglich etwas zusammengestaucht und federt dann zurück. Wie bei einem Flummie kann sich dieser Vorgang mehrmals wiederholen, ohne dass der Tropfen zerfällt.

Mit zunehmender Aufprallgeschwindigkeit wird die Flüssigkeit jedoch von immer stärkeren Schockwellen geschüttelt, die sie zu einer Art Pyramide oder zu einer auf dem Kopf stehenden Keule deformieren.

Unabhängig von der Geschwindigkeit hatte der Tropfen stets etwa drei Millisekunden Kontakt mit der Oberfläche, stellten die Forscher fest. Dieses Verhalten ähnele dem einer Sprungfeder.

Dagegen änderte sich die Kontaktzeit mit dem Radius des Tropfens: Einen Zehntel Millimeter große Tröpfchen hatten etwa eine halbe Millisekunde Kontakt mit der Oberfläche, vier Millimeter große Tropfen brachten es dagegen auf fast eine Zehntel Sekunde.

Quéré und seine Kollegen glauben, dass diese Erkenntnis durchaus praktischen Wert haben. Gehe es beispielsweise darum, eine Oberfläche möglichst gut zu benetzen, müsse man die Kontaktzeit maximieren.

Ähnliches gilt für Kühlsprays, wie sie beispielsweise in der Stahlindustrie eingesetzt werden: Je länger die Kontaktzeit, desto mehr Wärme kann das Kühlmittel aufnehmen.

Bei Tintenstrahldruckern möchte man das Zurückspringen der Farbtropfen dagegen möglichst vermeiden, um einen möglichst sauber begrenzten Farbfleck auf dem Papier erzeugen.


© ArtToday

 

 Mehr Informationen:

nature science update

 Filme der springenden Tropfen

Der Lotus-Effekt

 

 

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