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- 20.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Klimawandel begünstigt Krankheitserreger von Tier und Mensch

Vom globalen Klimawandel profitieren einer US-Studie zufolge zahlreiche Krankheitserreger und deren Überträger.

Washington (dpa) - Der Treibhauseffekt begünstige Epidemien bei Tieren, Pflanzen und auch beim Menschen, berichten Drew Harvell und Andrew Dobson von der Abteilung für Ökologie und Evolutionsbiologie der Cornell Universität in Ithaka (USA) in der amerikanischen Fachzeitschrift «Science» (Bd. 296, S. 2158).

«Es geht nicht mehr nur um das Ausbleichen von Korallen oder die Zunahme von Malaria. Es ist erstaunlich, wie viele Epidemien zugenommen haben», sagt Harvells Mitautor Richard Ostfeld vom Institut für Ökosystemstudien in Millbrook (USA). In einer zweijährigen Studie untersuchte das Team um Harvell den Zusammenhang zwischen den Klimaänderungen und dem Auftreten von Infektionskrankheiten in vielen Ökosystemen.

Die Ergebnisse: In Hawaii breiteten sich in den vergangenen Jahren Moskitos in höhere Berglagen aus und übertrugen Vogelmalaria auf die seltenen einheimischen Zuckervögel. Im australischen Großen Barriere-Riff erkrankten und starben weite Bestände von Korallen. Ursache war ein Mikroorganismus, der sich bei Erwärmung stark ausbreitet.

An der Ostküste der USA erkrankten die Austernbestände durch einen einzelligen Parasiten, der bisher nur in wärmeren, südlicheren Meeresteilen vorkam. Der Befall von Eichen im Mittelmeerraum durch einen parasitischen Pilz wird nach Auskunft der Forschern ebenfalls durch steigende Temperaturen begünstigt.

Auch Krankheiten des Menschen werden ihrer Studie zufolge zunehmen. In Ostafrika rechnen die Forscher mit neuen Ausbrüchen des «Rift Valley Fiebers». Dieses hatte erst 1998 zu tausenden Toten geführt. «Es gibt klare Hinweise darauf, dass diese Krankheit besonders in den so genannten 'El-Nino-Jahren' auftritt, und diese werden zunehmen», sagt Ostfeld.

Besonders häufig könnten von Insekten übertragene Krankheiten werden. Die Zahl der Überträger wird sehr häufig durch harte Winter begrenzt. Werden diese milder, so könnten sich Mücken und Zecken stärker vermehren und Krankheiten verbreiten.

Da die Vielfalt in den Ökosystemen der gemäßigten Breiten geringer ist als in den Tropen, würden Infektionskrankheiten sich auf weniger «Zielorganismen» konzentrieren und könnten größere Schäden anrichten, bis hin zum Aussterben von Arten. Klimawandel könnte auch zu Stress bei Pflanzen und Tieren führen, so dass sie anfälliger werden für Infektionen.

«Wir müssen die weltweite Erwärmung sehr ernst nehmen, und diese Veränderungen genau beobachten» sagt Andrew Dobson. «Es wird nicht nur eine wärmere, sondern auch eine kränkere Welt werden.»


© SCIENCE/dpa

Moskito: Von Insekten übertragene Krankheiten könnten besonders häufig werden.

 

 Mehr Informationen:

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