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Klimawandel begünstigt Krankheitserreger
von Tier und Mensch
Vom globalen Klimawandel profitieren
einer US-Studie zufolge zahlreiche Krankheitserreger und deren
Überträger.
Washington (dpa) - Der Treibhauseffekt
begünstige Epidemien bei Tieren, Pflanzen und auch beim Menschen,
berichten Drew Harvell und Andrew Dobson von der Abteilung für
Ökologie und Evolutionsbiologie der Cornell Universität
in Ithaka (USA) in der amerikanischen Fachzeitschrift «Science»
(Bd. 296, S. 2158).
«Es geht nicht mehr nur
um das Ausbleichen von Korallen oder die Zunahme von Malaria.
Es ist erstaunlich, wie viele Epidemien zugenommen haben»,
sagt Harvells Mitautor Richard Ostfeld vom Institut für Ökosystemstudien
in Millbrook (USA). In einer zweijährigen Studie untersuchte
das Team um Harvell den Zusammenhang zwischen den Klimaänderungen
und dem Auftreten von Infektionskrankheiten in vielen Ökosystemen.
Die Ergebnisse: In Hawaii breiteten
sich in den vergangenen Jahren Moskitos in höhere Berglagen
aus und übertrugen Vogelmalaria auf die seltenen einheimischen
Zuckervögel. Im australischen Großen Barriere-Riff
erkrankten und starben weite Bestände von Korallen. Ursache
war ein Mikroorganismus, der sich bei Erwärmung stark ausbreitet.
An der Ostküste der USA erkrankten
die Austernbestände durch einen einzelligen Parasiten, der
bisher nur in wärmeren, südlicheren Meeresteilen vorkam.
Der Befall von Eichen im Mittelmeerraum durch einen parasitischen
Pilz wird nach Auskunft der Forschern ebenfalls durch steigende
Temperaturen begünstigt.
Auch Krankheiten des Menschen
werden ihrer Studie zufolge zunehmen. In Ostafrika rechnen die
Forscher mit neuen Ausbrüchen des «Rift Valley Fiebers».
Dieses hatte erst 1998 zu tausenden Toten geführt. «Es
gibt klare Hinweise darauf, dass diese Krankheit besonders in
den so genannten 'El-Nino-Jahren' auftritt, und diese werden zunehmen»,
sagt Ostfeld.
Besonders häufig könnten
von Insekten übertragene Krankheiten werden. Die Zahl der
Überträger wird sehr häufig durch harte Winter
begrenzt. Werden diese milder, so könnten sich Mücken
und Zecken stärker vermehren und Krankheiten verbreiten.
Da die Vielfalt in den Ökosystemen
der gemäßigten Breiten geringer ist als in den Tropen,
würden Infektionskrankheiten sich auf weniger «Zielorganismen»
konzentrieren und könnten größere Schäden
anrichten, bis hin zum Aussterben von Arten. Klimawandel könnte
auch zu Stress bei Pflanzen und Tieren führen, so dass sie
anfälliger werden für Infektionen.
«Wir müssen die weltweite
Erwärmung sehr ernst nehmen, und diese Veränderungen
genau beobachten» sagt Andrew Dobson. «Es wird nicht
nur eine wärmere, sondern auch eine kränkere Welt werden.»
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