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- 19.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Tiefseequellen: Hitze ohne Feuer

Nicht alle heißen Quellen am Meeresgrund scheinen ihre Wärme aus Magmakammern in der Erdkruste zu beziehen. In einigen Fällen könnte die Hitze auch aus der chemischen Reaktion zwischen Seewasser und Gesteinen aus dem Erdmantel stammen.

(jkm) - Zwei amerikanische Geowissenschaftler haben ein mathematisches Modell entwickelt, das Vermutungen über diese zweite, weniger spektakuläre Energiequelle der heißen Quellen bekräftigt.

Im Dezember 2000 war im Atlantik ein ausgedehntes System hydrothermaler Quellen entdeckt worden, das gleich in mehrfacher Hinsicht überraschte. So liegt die "Lost City" abseits des mittelatlantischen Rückens und seiner Magmakammern.

Ihre bis zu 60 Meter hohen Schlote bestehen zudem aus weißlich-grauen Karbonaten, die aus dem bis zu 70 Grad Celsius heißen Quellwasser ausfallen.

Die bis dahin bekannten hydrothermalen Systeme liegen dagegen nahe eines mittelozeanischen Rückens und geben bis zu 300 Grad heißes Wasser ab. Ihre Schlote bestehen aus dunkel gesprenkelten Sulfidmineralien.

Die Entdecker der "Verlorenen Stadt" um Debbie Kelley von der University of Washington in Seattle vermuteten damals, dass das Quellsystem über einem Peridotit-Vorkommen liegt.

Peridotite sind schwarz-grünliche Tiefengesteine aus dem Erdmantel. Werden sie durch geologische Prozesse emporgehoben, können sie Wasser in ihre Kristallstruktur einlagern, wobei Serpentin-Minerale entstehen.

Robert Lowell vom Georgia Institute of Technology, Atlanta, war jedoch nicht überzeugt, dass dieser Prozess eine hydrothermale Quelle antreiben kann. Gemeinsam mit Peter Rona von der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey, machte er sich daran, die bei der Reaktion freigesetzte Energie und die Zirkulation des Wassers durch ein Quellsystem ähnlich der "Lost City" zu berechnen.

Wie die Forscher in den "Geophysical Research Letters" berichten, könnte ein solches System tatsächlich ohne die zusätzliche Hitze einer Magmakammer auskommen.

Zwar wird das Wasser bei diesem Prozess nur bis zu mäßigen Temperaturen erhitzt. Dafür zeichnen sich solche Systeme aber durch eine reiche Bakterienflora aus, wie die "Lost City" zeigt. Kelley: "Bei der Reaktion mit dem Seewasser werden Methan und Wasserstoff gebildet. Beides sind sehr gute Nährstoffe für Mikroorganismen."

 Mehr Informationen:

Magma-Hydrothermal Research at Georgia Tech

University of Washington: "The Lost City"

Peridotit

Einteilung der Gesteine

g-o.de über Black Smoker

 

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