|
Erdgeschichte: Verursachte Lavastrom
ein Massensterben im Perm?
Ob das bislang größte
Massensterben der Erdgeschichte durch Vulkanismus oder einen Asteroiden-Einschlag
ausgelöst wurde, darüber streiten Geologen seit langem.
In Sibirien entdeckten Forscher jetzt Hinweise auf einen ein mächtigen
Vulkanausbruch.
(jkm) - Vor etwa 250 Millionen
Jahren sind rund 70 Prozent aller an Land lebenden Tiere und 90
Prozent aller Meereslebewesen ausgestorben. Welche Ursache das
Massensterben hat, darüber streiten Wissenschaftler seit
langem. Ein Asteroiden-Einschlag könnte ebenso in Frage kommen
wie ein mächtiger Vulkanausbruch. Für die zweite Möglichkeit
glauben britische und russische Forscher jetzt neue Beweise gefunden
zu haben.
Sie glauben den urzeitlichen Vulkan
im heutigen Sibirien lokalisieren zu können. Vor 250 Millionen
Jahren - am Ende des Perm - lagen in der Region die aktivsten
Vulkane der Erde. Das belegen bis heute Basaltgesteine, die aus
einst dünnflüssiger Lava zur so genannten Sibirischen
Plattform erkalteten. Dieses Basaltgestein entdeckten die Geologen
jetzt auch bei Bohrungen im westsibirischen Becken - immerhin
rund tausend Kilometer vom einstigen Vulkanzentrum entfernt.
Der Geologe Marc Reichow von der
Universität Leicester und seine Kollegen folgern aus dem
Fund, der Lavastrom sei breiter und tiefer gewesen als bisher
vermutet. Im Magazin Science präsentieren sie Berechnungen,
nach denen die Lava 3,9 Millionen Quadratkilometer Fläche
bedeckte und 1,5 Kilomter tief gewesen sein könnte.
Dabei müssen riesige Mengen
an Schwefel, Kohlendioxid und anderen Gasen freigesetzt worden
sein. Diese könnten sowohl das globale Massensterben in der
Tierwelt als auch einen nachhaltigen Klimawandel ausgelöst
haben, schreiben die Forscher.
|