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Kalifornien: Enten nützen dem Reisanbau
Enten und Reisbauern, bislang
als Konkurrenten um überflutetes Land angesehen, können
durchaus voneinander profitieren, haben amerikanische Agrarwissenschaftler
herausgefunden.
(jkm) - Lässt man die abgeernteten
Reisfelder im Winter überflutet, halten dort nach Nahrung
suchende Enten unerwünschte Kräuter im Zaum und sorgen
zudem für einen schnelleren Abbau des störenden Reisstrohs.
"Unsere Resultate zeigen,
dass es Situationen gibt, in denen wildlebende Tiere und Agrarkultur
nicht nur koexistieren, sondern einander gegenseitig nutzen können",
erläutert Chris van Kassel von der University of California
in Davis. Er sieht darin eine "willkommene Abkehr" von
der bisherigen Vorstellung, Wasservögel und Reisanbau schlössen
sich gegenseitig aus.
Van Kessel und seine Kollegen
untersuchten 15 Reisfelder im kalifornischen Sacramento Valley,
einem der Hauptanbaugebiete für Reis in den Vereinigten Staaten.
Standen die Felder auch im Winter unter Wasser und waren zudem
für Wassergeflügel zugänglich, wurde das Reisstroh
bis zu 30 Prozent schneller abgebaut.
Gleichzeitig wuchsen in der folgenden
Anbausaison bis zu 50 Prozent weniger unerwünschte Kräuter
auf den Feldern. Der Reisertrag der folgenden Saison wurde durch
die Vögel dagegen nicht geschmälert.
Im Gegenzug erhalten die Enten
zumindest einen Teil der Feuchtgebiete zurück, die für
die Agrarwirtschaft trockengelegt oder in Reisfelder umgewandelt
worden sind. Besonders wichtig ist dies im Sacramento Valley,
da das Tal einem großen Teil der westamerikanischen Wasservögel
als Winterquartier dient.
Bis vor kurzem ließen die
kalifornischen Landwirte im Herbst das Wasser von ihren Reisfeldern
ablaufen und brannten dann das Reisstroh ab. Mit einem neuen Gesetz
zur Luftreinhaltung wurde diese Praxis immer mehr eingeschränkt,
so dass man die Felder als "Notlösung" auch im
Winter überflutet ließ, um den natürlichen Strohabbau
zu beschleunigen.
Van Kessel und sein Team glauben,
dass diese Methode auch in anderen Reisanbaugebieten der gemäßigten
Zone angewandt werden kann. Vor allem für den ökologischen
Anbau sei sie geradezu prädestiniert.
Als nächstes wollen sie untersuchen,
ob weitere Änderungen im Reisanbau das Verhältnis zwischen
Landwirten und Wasservögeln zusätzlich verbessern können.
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