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- 10.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Deponien: Onlineüberwachung von Sickerwasser

Schadstoffe, die aus Deponien im Boden versickern, sind ein ernstes Umweltproblem. Daher werden von Zeit zu Zeit Proben genommen und analysiert. Wie man hingegen Deponien rund um die Uhr überwachen kann, zeigen Fraunhofer-Forscher.

(jkm) - Dass aus Deponien keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen, wird bisher durch die regelmäßige Analyse von Bodenproben kontrolliert. Versickern aber nach einem Störfall Schadstoffe in größeren Mengen, so kommt die chemische Analyse meist zu spät. Umso teurer wird dann eine Sanierung des Bodens. Künftig sollten Deponien daher rund um die Uhr überwacht werden, raten Fraunhofer-Forscher. Sie meinen, die Aufgabe könnten Infrarotspektrometer übernehmen.

Solche Geräte werden bereits in der Umweltanalytik eingesetzt, um selbst winzige Spuren von Schadstoffen aufzuspüren. Die Untersuchung von Wasser ist allerdings problematisch, denn das universelle Nass absorbiert zu viel infrarote Strahlung im messtechnisch interessanten Wellenlängenbereich. Abhilfe schafft ein Prinzip, das auf den komplizierten Namen Evaneszenzfeldanalyse hört.

"Das Herzstück unseres neuen Spektrometers ist eine spezielle Faser, durch die der infrarote Messstrahl verläuft", erklärt Dr. Annette Braun vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. "Wie bei Glasfasern auch, wird der Strahl an der inneren Oberfläche total reflektiert. Gelangt ein Schadstoff aus dem umgebenden Sickerwasser an die äußere Oberfläche der Faser, ändert er dort das elektrische Feld. Dieses evaneszente Feld wiederum beeinflusst den Infrarotstrahl, dessen Veränderungen der Detektor analysiert."

Einen Prototypen ihres Spektrometers haben die Wissenschaftler bereits gebaut: An einem Ende des stabförmigen Messgeräts sitzt die wasserdicht verpackte Infrarotquelle. Die Mitte überbrückt die freiliegende, vom Wasser umspülte Faser und am anderen Ende befindet sich der Detektor. Das Ganze wird im Bohrloch versenkt und ein Computer zeichnet die Messdaten aus der Tiefe auf.

Inzwischen seien so viele Anfragen am Institut eingegangen, dass neben der weiteren Miniaturisierung an die Serienfertigung des Spektrometers gedacht werde, berichten die Forscher.

 Mehr Informationen:

Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik

 

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