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Deponien: Onlineüberwachung von
Sickerwasser
Schadstoffe, die aus Deponien
im Boden versickern, sind ein ernstes Umweltproblem. Daher werden
von Zeit zu Zeit Proben genommen und analysiert. Wie man hingegen
Deponien rund um die Uhr überwachen kann, zeigen Fraunhofer-Forscher.
(jkm) - Dass aus Deponien keine Schadstoffe
ins Grundwasser gelangen, wird bisher durch die regelmäßige
Analyse von Bodenproben kontrolliert. Versickern aber nach einem
Störfall Schadstoffe in größeren Mengen, so kommt
die chemische Analyse meist zu spät. Umso teurer wird dann
eine Sanierung des Bodens. Künftig sollten Deponien daher rund
um die Uhr überwacht werden, raten Fraunhofer-Forscher. Sie
meinen, die Aufgabe könnten Infrarotspektrometer übernehmen.
Solche Geräte werden bereits
in der Umweltanalytik eingesetzt, um selbst winzige Spuren von
Schadstoffen aufzuspüren. Die Untersuchung von Wasser ist
allerdings problematisch, denn das universelle Nass absorbiert
zu viel infrarote Strahlung im messtechnisch interessanten Wellenlängenbereich.
Abhilfe schafft ein Prinzip, das auf den komplizierten Namen Evaneszenzfeldanalyse
hört.
"Das Herzstück unseres
neuen Spektrometers ist eine spezielle Faser, durch die der infrarote
Messstrahl verläuft", erklärt Dr. Annette Braun
vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM.
"Wie bei Glasfasern auch, wird der Strahl an der inneren
Oberfläche total reflektiert. Gelangt ein Schadstoff aus
dem umgebenden Sickerwasser an die äußere Oberfläche
der Faser, ändert er dort das elektrische Feld. Dieses evaneszente
Feld wiederum beeinflusst den Infrarotstrahl, dessen Veränderungen
der Detektor analysiert."
Einen Prototypen ihres Spektrometers
haben die Wissenschaftler bereits gebaut: An einem Ende des stabförmigen
Messgeräts sitzt die wasserdicht verpackte Infrarotquelle.
Die Mitte überbrückt die freiliegende, vom Wasser umspülte
Faser und am anderen Ende befindet sich der Detektor. Das Ganze
wird im Bohrloch versenkt und ein Computer zeichnet die Messdaten
aus der Tiefe auf.
Inzwischen seien so viele Anfragen
am Institut eingegangen, dass neben der weiteren Miniaturisierung
an die Serienfertigung des Spektrometers gedacht werde, berichten
die Forscher.
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