|
Komplexe Gefäßpflanzen vor
420 Millionen Jahren
Frühe Gefäßpflanzen
waren komplexer als bisher vermutet. Dies belegt der Fund einer
420 Millionen Jahre alten fossilen Pflanze in Kanada.
(jkm) - Amerikanische und kanadische
Forscher entdeckten die Überreste auf der Bathurstinsel,
die zur Gruppe der König-Elisabeth-Inseln gehört und
nur 100 Kilometer vom magnetischen Nordpol entfernt liegt.
"Die fossilen Spuren sehen
aus wie mittelhohes Gras, das sich verzweigt", berichtet
die Forschungsleiterin Patricia Gensel von der Universität
North Carolina in Chapel Hill. Funde fossiler Pflanzen aus dem
unteren Paläophytikum sind auf dem nordamerikanische Kontinent
sehr selten. Vergleichbare Spuren kennt man bisher nur aus Wales,
Venezuela und China.
Einfach aufgebaute Landpflanzen,
die an heutige Moose erinnern, gab es nachweislich schon im Ordovizium
vor 500 Millionen Jahren. Die frühesten Gefäßpflanzen,
die Leitungsbahnen für den Wassertransport in den Sprossen
besaßen, werden auf ein Alter von 425 Millionen Jahren datiert.
Durch die Leitungsbahnen wurde
es den Pflanzen möglich, differenzierte Organe auszubilden.
Die erhaltene Fossilien deuten aber auf nur wenige Millimeter
lange, einzeln verzweigte Sprosse hin.
Die jetzt gefundenen, nur fünf
Millionen Jahre jüngeren Fossilien, sind dagegen rund zehn
Zentimeter lang und besitzen zahlreiche kleine dicht mit Sporen
besetzte Verästelungen. Die wahrscheinlich in Gruppen wachsenden
Pflanzen erinnern nach Aussage der Forscher stark an nur 390 Millionen
Jahre alte, komplexe Gefäßpflanzen aus dem frühen
Devon.
Auf der Bathurstinsel waren Gensel
und ihre Kollegen bereits 1996 auf 400 Millionen Jahre alte Tierfossilien
gestoßen. Im Permafrostboden des hohen Nordens könnten
noch zahlreiche paläontologische Überraschungen konserviert
worden sein, hoffen die Forscher.
|