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- 03.06.2002 -

 

 

 

 

 

 


 

Radioaktivität: Tritium-Gefahr unterschätzt

Die Gesundheitsgefahren, die vom radioaktiven Wasserstoff-Isotop Tritium ausgehen, sind bisher unterschätzt worden.

(jkm) - Menschen, die Tritium ausgesetzt sind, haben ein doppelt so hohes Krebsrisiko wie bislang vermutet, sagen britische Wissenschaftler. Betroffen sind in erster Linie Soldaten, die an Tests mit Wasserstoffbomben beteiligt waren sowie Arbeiter aus Kernkraftwerken und Nuklearfabriken.

Aber auch der Verzehr von Fisch, der durch Abwässer aus Atomanlagen kontaminiert wurde, kann die Tritium-Belastung gefährlich erhöhen.

In Großbritannien ist das Tritium-Problem wieder in die Diskussion geraten, nachdem erhöhte Werte im Umfeld einer Fabrik in Wales gemessen wurden, die mit den Isotopen zu medizinischen Zwecken hantiert.

Betroffen ist vor allem Fisch aus der Mündung des Flusses Severn an der britischen Westküste. Der Fall veranlasste das britische National Radiological Protection Board (NRPB), die Tritium-Belastung in Nahrungsmitteln unter die Lupe zu nehmen.

Jetzt berichtet das NRPB, Tritium bleibe wahrscheinlich länger im menschlichen Körper als bisher angenommen. Auch die Schäden, die Wasserlebewesen zugefügt würden, habe man wohl unterschätzt.

John Harrison vom NRPB betonte gegenüber dem Magazin "New Scientist", trotz doppelt so hoher Gefahr würden in der betroffenen Region noch alle internationalen Grenzwerte eingehalten. "Die Menschen sollten sich keine übermäßigen Sorgen machen", so Harrison zum "New Scientist".

Dem widerspricht Barrie Lambert, Strahlenexperte am St Bartholomew`s Krankenhaus in London. Zumindest jene Menschen, die gern und viel Fisch aus der Region essen, könnten mit der Nahrung bis zu 133 Mikrosievert pro Jahr aufnehmen.

In früheren Jahren, in denen noch sorgloser mit Tritium umgegangen worden sei, hätten die Werte wahrscheinlich das Doppelte überschritten. Nach den offiziellen Grenzwerten sollten Menschen nicht mehr als 300 Mikrosievert pro Jahr aufnehmen.

 Mehr Informationen:

New Scientist

NRPB

Radiation Protection Dosimetry

 

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