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Radioaktivität: Tritium-Gefahr
unterschätzt
Die Gesundheitsgefahren, die
vom radioaktiven Wasserstoff-Isotop Tritium ausgehen, sind bisher
unterschätzt worden.
(jkm) - Menschen, die Tritium
ausgesetzt sind, haben ein doppelt so hohes Krebsrisiko wie bislang
vermutet, sagen britische Wissenschaftler. Betroffen sind in erster
Linie Soldaten, die an Tests mit Wasserstoffbomben beteiligt waren
sowie Arbeiter aus Kernkraftwerken und Nuklearfabriken.
Aber auch der Verzehr von Fisch,
der durch Abwässer aus Atomanlagen kontaminiert wurde, kann
die Tritium-Belastung gefährlich erhöhen.
In Großbritannien ist das
Tritium-Problem wieder in die Diskussion geraten, nachdem erhöhte
Werte im Umfeld einer Fabrik in Wales gemessen wurden, die mit
den Isotopen zu medizinischen Zwecken hantiert.
Betroffen ist vor allem Fisch
aus der Mündung des Flusses Severn an der britischen Westküste.
Der Fall veranlasste das britische National Radiological Protection
Board (NRPB), die Tritium-Belastung in Nahrungsmitteln unter die
Lupe zu nehmen.
Jetzt berichtet das NRPB, Tritium
bleibe wahrscheinlich länger im menschlichen Körper
als bisher angenommen. Auch die Schäden, die Wasserlebewesen
zugefügt würden, habe man wohl unterschätzt.
John Harrison vom NRPB betonte
gegenüber dem Magazin "New Scientist", trotz doppelt
so hoher Gefahr würden in der betroffenen Region noch alle
internationalen Grenzwerte eingehalten. "Die Menschen sollten
sich keine übermäßigen Sorgen machen", so
Harrison zum "New Scientist".
Dem widerspricht Barrie Lambert,
Strahlenexperte am St Bartholomew`s Krankenhaus in London. Zumindest
jene Menschen, die gern und viel Fisch aus der Region essen, könnten
mit der Nahrung bis zu 133 Mikrosievert pro Jahr aufnehmen.
In früheren Jahren, in denen
noch sorgloser mit Tritium umgegangen worden sei, hätten
die Werte wahrscheinlich das Doppelte überschritten. Nach
den offiziellen Grenzwerten sollten Menschen nicht mehr als 300
Mikrosievert pro Jahr aufnehmen.
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