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Antibiotika: Schweiß und Tränen
gegen Biofilme?
Über unsere Körperflüssigkeiten
geben wir schützende Substanzen ab, die den Zusammenschluss
von Bakterien verhindern. Dieser natürliche Schutzmechanismus
könnte auch gegen gefährliche Biofilme helfen, glauben
Forscher.
(jkm) - Biofilme sind hartnäckige
mikrobielle Beläge, die sich beispielsweise im Krankenhaus
auf den Oberflächen medizinischer Geräte bilden können.
Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann es nach dem
Kontakt mit den meist Antibiotika-resistenten Biofilmen zu schweren
Infektionen kommen.
Dagegen wollen Pradeep Singh und
seine Kollegen von der Universität Iowa das Protein Lactoferrin
einsetzen. Dieses natürliche Antibiotikum findet sich in
Körperflüssigkeiten wie Tränen, Speichel und Muttermilch.
Lactoferrin bindet Eisen und entzieht
so den Bakterien einen lebensnotwendigen Nährstoff. Obwohl
man bereit seit längerem um die infektionshemmende Wirkung
des Proteins weiß, ist noch unklar, warum der Stoff im Körper
in so großen Mengen gebildet wird.
Die Forscher aus Iowa experimentierten
jetzt mit Lactoferrin und Bakterienkulturen. Auf eine Glasschale
strichen sie Bakterien der Gattung Pseudomonas aeruginosa, die
bei Lungenkranken zu zystischer Fibrose führen.
Die Kulturen konfrontierten sie
dann mit einer schwachen Lactoferrin-Lösung. Die Einzeller
wurden von den Proteinen regelrecht in die Flucht geschlagen;
"sie schlängelten planlos über die Oberfläche",
berichtet Singh.
Er glaubt auch zu wissen, warum
die Abwehr bei Lungenkranken nicht funktioniert: Vorangegangene
Infektionen könnten jene Zellschicht in der Lunge beschädigt
haben, in der die Proteine im Normalfall produziert werden.
Gegen Biofilme eingesetzt, könnte
das Lactoferrin die Bakterien aushungern, schlägt Singh im
Magazin "Nature" vor. Wunden könnten mit den Proteinen
besprüht werden, Lungenkranke könnten den Wirkstoff
inhalieren. Noch ist aber nicht getestet worden, wie Biofilme
in der Praxis auf den Angriff reagieren.
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