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Teufelskralle: Wildpflanzen aus der
Plantage
Zahlreiche Wildpflanzen auf
der ganzen Welt werden für medizinische Zwecke genutzt -
und oft übernutzt. Wie man dagegen Artenschutz und Entwicklungshilfe
miteinander kombinieren kann, hat ein Biologe aus Münster
herausgefunden.
(jkm) - Wildpflanzen bieten zahlreiche
Wirkstoffe, die sich für medizinische Zwecke nutzen lassen.
So auch die afrikanische Teufelskralle, die seit rund 50 Jahren
als Wirkstoff gegen Rheuma und Arthritis eingesetzt wird. Bisher
konnten nur wildwachsende Pflanzen geerntet werden. Nun ist es
Dieter von Willert vom Institut für Ökologie der Pflanzen
der Universität Münster gelungen, die Teufelskralle
aus Samen zu kultivieren.
Die Wirkstoffe der Teufelskralle
(Harpagophytum procumbens) stecken in den bis zu zwei Meter tief
im Boden versteckten Knollen. Sie wurden bisher mit viel Aufwand
ausgegraben. Auf diese schlecht bezahlte Arbeit ist ein großer
Teil der afrikanischen Bevölkerung als Einkommensquelle angewiesen.
Allein aus Namibia werden pro Jahr rund zehn Millionen Pflanzen
an Pharmakonzerne in der ganzen Welt geliefert.
Dieter von Willert ist es gelungen,
die Wildpflanze gezielt anzubauen. "Das ist aus zweierlei
Gründen wichtig", erklärt der Forscher. "Zum
einen konnten wir durch die Kultur der Pflanze den Knollenertrag
verzehnfachen ohne den Wirkstoff zu verlieren. Zum anderen schützen
wir damit die Teufelskralle, denn bisher wurden die Mutterknollen
nicht zurückgepflanzt, sondern mitverwendet, so dass keine
neuen Pflanzen nachwachsen konnten."
"Das größte Problem
ist die Wasserarmut in der Kalahari", weiß von Willert.
"Um den Wasserverlust durch Transpiration zu verlangsamen,
haben wir jeweils Streifen von fünf Metern Breite von jeder
Vegetation befreit und dazwischen sieben Meter breite Streifen
naturbelassen, da sonst die Bodenerosion alles zunichte gemacht
hätte".
Das Ergebnis seines zweijährigen
Projektes waren Pflanzen mit einem Knollengewicht von bis zu 6,5
Kilogramm. Die relativ einfache Technik, die ohne High Tech oder
Genmanipulationen auskommt, wurde von der schwarzen Bevölkerung
sofort angenommen.
"Die notwendige ständige
Pflege stellt allerdings immer noch ein Problem dar", gibt
von Willert zu. Dennoch ist die Kultivierung nicht nur in ökologischer
Hinsicht interessant, um eine gefährdete Art zu schützen,
sondern dient auch der Entwicklungshilfe, da mit geringerem Aufwand
ein höherer Ertrag erzielt werden kann.
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