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Meeresforschung: Neue Vulkane vor Neuseeland
entdeckt
Der Meeresboden vor Neuseeland
ist aktiver als gedacht: Zahlreiche neue Vulkane entdeckten zwei
Forscher- gruppen, als sie die Region rund um den Kermadecgraben
untersuchten.
(jkm) - Gleich drei neue Vulkane
befinden sich nahe der Nordküste Neuseelands, an der jetzt
insgesamt 16 Krater nachgewiesen sind. Sie liegen wie Perlen auf
einer 500 Kilometer langen "Schnur", die sich in nordöstlicher
Richtung über den Meeresboden erstreckt. Rund die Hälfte
der Schlote ist noch aktiv und versorgt den Pazifischen Ozean
mit heißem Wasser und zahlreichen Mineralien.
1999 hatten die Meeresforscher
erstmals nachgewiesen, dass es in sieben Vulkanen der Gruppe noch
immer kräftig brodelt. Unter den jetzt neu entdeckten Kratern
befindet sich der größte Vulkan der Region, berichtet
Cornel de Ronde, Meeresgeologe vom Institute of Geological and
Nuclear Sciences (GNS).
Die Forscher untersuchten den
Meeresboden mit Kameras und Sonden und holten einige kleinere
Schlote an die Oberfläche. An Bord sei das Gestein noch 57
Grad Celsius heiß gewesen, sagte de Ronde.
Die Entdeckung der Krater war
offenbar ein Zufallsfund, so der Forscher zur BBC: "Als die
Positionsdaten unseres Reiseziels an den Kapitän übermittelt
wurden, vertauschte dieser einige Zahlen und lenkte unser Schiff
so in die Region zwei Kilometer südlich der Vulkane. Wir
mussten dann über eine Art Unterwasser-Hügel fahren,
der völlig mit Vulkan-Schloten überzogen war."
Vor Neuseeland treffen die australische
und die pazifische Platte aufeinander. Dort verläuft der
Kermadecgraben, der bis zu 10 Kilometer weit in die Tiefe reicht.
In dieser Region begab sich eine zweite Forschergruppe auf die
Suche und entdeckte auf einer 22tägigen Reise über 50
neue Vulkankrater. Noch rätseln die Geologen, warum einige
dieser Vulkane aktiv sind, während ihre unmittelbaren "Nachbarn"
schon erkalteten.
Für die Vulkanlandschaft
können sich auch die Biologen begeistern, denn die "Black
Smokers" genannten Schlote werden von Pflanzen und Tieren
besiedelt, von denen viele noch unbekannt sind. Man habe "absolut
sensationelles Material" von der Expedition mitgebracht,
freut sich Steve O'Shea vom neuseeländischen National Institute
of Water and Atmospheric Research (NIWA).
Unter anderem konnten drei neue
Muschelarten identifiziert werden. Den neuseeländischen Mikrobiolgen
gelang es außerdem, auf ihrem Forschungsschiff Meeresmikroben
aus dem Umfeld der Schlote bei 70 Grad Celsius nachzuzüchten.
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