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- 28.05.2002 -


 

Meeresforschung: Neue Vulkane vor Neuseeland entdeckt

Der Meeresboden vor Neuseeland ist aktiver als gedacht: Zahlreiche neue Vulkane entdeckten zwei Forscher- gruppen, als sie die Region rund um den Kermadecgraben untersuchten.

(jkm) - Gleich drei neue Vulkane befinden sich nahe der Nordküste Neuseelands, an der jetzt insgesamt 16 Krater nachgewiesen sind. Sie liegen wie Perlen auf einer 500 Kilometer langen "Schnur", die sich in nordöstlicher Richtung über den Meeresboden erstreckt. Rund die Hälfte der Schlote ist noch aktiv und versorgt den Pazifischen Ozean mit heißem Wasser und zahlreichen Mineralien.

1999 hatten die Meeresforscher erstmals nachgewiesen, dass es in sieben Vulkanen der Gruppe noch immer kräftig brodelt. Unter den jetzt neu entdeckten Kratern befindet sich der größte Vulkan der Region, berichtet Cornel de Ronde, Meeresgeologe vom Institute of Geological and Nuclear Sciences (GNS).

Die Forscher untersuchten den Meeresboden mit Kameras und Sonden und holten einige kleinere Schlote an die Oberfläche. An Bord sei das Gestein noch 57 Grad Celsius heiß gewesen, sagte de Ronde.

Die Entdeckung der Krater war offenbar ein Zufallsfund, so der Forscher zur BBC: "Als die Positionsdaten unseres Reiseziels an den Kapitän übermittelt wurden, vertauschte dieser einige Zahlen und lenkte unser Schiff so in die Region zwei Kilometer südlich der Vulkane. Wir mussten dann über eine Art Unterwasser-Hügel fahren, der völlig mit Vulkan-Schloten überzogen war."

Vor Neuseeland treffen die australische und die pazifische Platte aufeinander. Dort verläuft der Kermadecgraben, der bis zu 10 Kilometer weit in die Tiefe reicht. In dieser Region begab sich eine zweite Forschergruppe auf die Suche und entdeckte auf einer 22tägigen Reise über 50 neue Vulkankrater. Noch rätseln die Geologen, warum einige dieser Vulkane aktiv sind, während ihre unmittelbaren "Nachbarn" schon erkalteten.

Für die Vulkanlandschaft können sich auch die Biologen begeistern, denn die "Black Smokers" genannten Schlote werden von Pflanzen und Tieren besiedelt, von denen viele noch unbekannt sind. Man habe "absolut sensationelles Material" von der Expedition mitgebracht, freut sich Steve O'Shea vom neuseeländischen National Institute of Water and Atmospheric Research (NIWA).

Unter anderem konnten drei neue Muschelarten identifiziert werden. Den neuseeländischen Mikrobiolgen gelang es außerdem, auf ihrem Forschungsschiff Meeresmikroben aus dem Umfeld der Schlote bei 70 Grad Celsius nachzuzüchten.


© NIWA

3D-Modell eines Unterwasser-Vulkans

 

 Mehr Informationen:

GNS

g-o.de über Black Smoker

 

 

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