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- 27.05.2002 -

 

 

 

 


 

Umweltstiftung WWF: Verbot hormonell wirksamer Insektengifte gefordert

Die Umweltstiftung WWF hat ein Verbot hormonell wirkender Insektengifte gefordert. Viele der in Landwirtschaft, Haus und Garten eingesetzten Pestizide könnten den Hormonhaushalt des Menschen stören und seine Gesundheit schädigen.

Berlin (dpa) - WWF und die Verbraucher-Zentrale Nordrhein- Westfalen wiesen am Montag in Berlin bei der Vorstellung einer entsprechenden Untersuchung auf diese Gefahren hin. «Unsere Studie nennt deutliche Hinweise, dass die Abnahme der Fruchtbarkeit und die Zunahme von Brust- und Hodenkrebs auf die Belastung mit diesen Stoffen zurückzuführen ist», sagte Patricia Cameron vom WWF.

Die Studie beruhe auf Daten der Europäischen Kommission und des Berliner Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV). Demnach werden in Deutschland jährlich rund 30.000 Tonnen Pestizidwirkstoffe an Landwirte sowie 470 Tonnen an Gärtner verkauft.

Außerdem würden gefährliche Stoffe etwa zur Behandlung von Teppichen im Haushalt eingesetzt. Cameron erläuterte, dass beispielsweise Rückstände von Pflanzenschutzmitteln der EU- Kommission zufolge oft auf Erdbeeren, Kirschen, Spargel, Salat oder Tomaten gefunden wurden.

Cameron forderte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) auf, hormonell wirksame Pestizide zu verbieten. Die Landwirtschaft solle weniger gefährliche Stoffe einsetzen, Handel und Industrie sollten auf Gefahren durch ihre Produkte hinweisen, sagte die WWF-Expertin.

«Verbraucher können auch sehr gut ohne chemische Mittel in Haus und Garten auskommen», sagte der Chemiker Joachim Dullin von der Verbraucher-Zentrale. «Hacken, Ausstechen oder Abflammen sind giftfreie Methoden gegen Unkraut.» Holzschutzmittel seien im Wohnraum überflüssig, Wollteppiche gebe es auch ohne chemischen Mottenschutz.

Die unabhängig von der aktuellen Diskussion um das verbotene Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen erstellte Studie sowie ein Faltblatt mit Verbraucherinformationen sind beim WWF und bei den Verbraucherzentralen und im Internet erhältlich.

 Mehr Informationen:

Bericht des WWF mit Zugriff auf Studie und Faltblatt

vista verde: Pestizide

 

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