vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 23.05.2002 -


 

Malaria: Gentherapie für Mücken möglich

Jedes Jahr infizieren sich bis zu 500 Millionen Menschen mit Malaria. Genetisch veränderte Mücken sollen jetzt im Kampf gegen die Krankheit helfen.

(jkm) - Die veränderten Moskitos produzieren ein kurzes Peptid, dass die Entwicklung der Malaria-Erreger unterbindet oder zumindest deutlich bremst. Das berichten amerikanische und deutsche Forscher im Magazin "Nature". Bis zu einer Freisetzung der manipulierten Mücken sind jedoch noch zahlreiche Fragen zu klären.

Jedes Jahr infizieren sich bis zu 500 Millionen Menschen mit den einzelligen Erregern der Malaria und bis zu drei Millionen sterben an der Krankheit. Zwar konnte die Malaria in manchen Gebieten deutlich eingedämmt werden. Jedoch sind sowohl die Krankheitserreger als auch ihre Überträger, die Anopheles-Mücken, vielerorts resistent gegen Medikamente und Insektizide geworden. Daher rechnen manche Forscher mit einer Verdoppelung der Todesfälle in den nächsten zwanzig Jahren.

Marcelo Jacobs-Lorena von der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio, und seine Kollegen testeten nun eine Technik, um die Entwicklung des Erregers in den Moskitos zu stoppen. Hat eine Mücke mit einer Blutmahlzeit die Parasiten aufgenommen, durchbrechen deren verschiedene Entwicklungsstadien die Darmwand des Insekts, vermehren sich in seiner Körperhöhle und dringen schließlich in die Speicheldrüsen ein.

Vor einiger Zeit hatten die Forscher ein kurzes Eiweißstück entdeckt, dass diese Schritte unterbinden kann. Nun brachten sie das entsprechende Gen in Mücken der Art Anopheles stephensi ein - samt spezieller Regulationsabschnitte, die für das Ablesen des Gens nach einer Blutmahlzeit und den Transport des Peptids in den Darm sorgen.

Danach ließen sie manipulierte sowie nicht veränderte Mücken an einer Maus Blut saugen, die mit dem Erreger Plasmodium berghei infiziert waren. Nach einiger Zeit testeten sie, wie gut die Insekten den Erreger auf nicht-infizierte Mäuse übertragen konnten.

In den Mücken mit dem neuen Gen fanden sich durchschnittlich 80 Prozent weniger Oozysten und deutlich verringerte Zahlen von Sporozoiten, den zwei Entwicklungsstadien des Parasiten nach Durchbrechen der Darmwand bzw. nach der Vermehrung in der Körperhöhle der Insekten.

In zwei von drei Experimenten waren die genetisch veränderten Mücken nicht in der Lage, den Malariaerreger auf weitere Mäuse zu übertragen, im dritten Experiment lag die Übertragungsrate bei der Hälfte des Kontrollwerts.

"Dies ist ein Beleg für die Machbarkeit des Verfahrens und als solcher ein Meilenstein der Malariaforschung", kommentieren Gareth Lycett und Fotis Kafatos vom European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg, in der gleichen Ausgabe der Zeitschrift.

Ebenso wie Jacobs-Lorena und seine Kollegen betonen sie jedoch, dass noch viele Fragen der Klärung harren. Beispielsweise müsse das Peptid erst noch zeigen, dass es auch gegen Humanparasiten wirke, die von anderen Anopheles-Arten übertragen werden. Vor allem müsse eine hundertprozentige Blockade der Übertragung erreicht werden. Ansonsten könnten die Parasiten sich schnell an die neuen Bedingungen anpassen.

"Was wir brauchen, ist ein Angriff aus vielen Richtungen zugleich", so Jacobs-Lorena. "Je mehr Waffen wir haben, desto effektiver wird unser Kampf gegen die Malaria sein."

 Mehr Informationen:

nature science update

Malaria

Entwicklungszyklus des Parasiten

 

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung