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Malaria: Gentherapie für Mücken
möglich
Jedes Jahr infizieren sich
bis zu 500 Millionen Menschen mit Malaria. Genetisch veränderte
Mücken sollen jetzt im Kampf gegen die Krankheit helfen.
(jkm) - Die veränderten Moskitos
produzieren ein kurzes Peptid, dass die Entwicklung der Malaria-Erreger
unterbindet oder zumindest deutlich bremst. Das berichten amerikanische
und deutsche Forscher im Magazin "Nature". Bis zu einer
Freisetzung der manipulierten Mücken sind jedoch noch zahlreiche
Fragen zu klären.
Jedes Jahr infizieren sich bis
zu 500 Millionen Menschen mit den einzelligen Erregern der Malaria
und bis zu drei Millionen sterben an der Krankheit. Zwar konnte
die Malaria in manchen Gebieten deutlich eingedämmt werden.
Jedoch sind sowohl die Krankheitserreger als auch ihre Überträger,
die Anopheles-Mücken, vielerorts resistent gegen Medikamente
und Insektizide geworden. Daher rechnen manche Forscher mit einer
Verdoppelung der Todesfälle in den nächsten zwanzig
Jahren.
Marcelo Jacobs-Lorena von der
Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio, und seine
Kollegen testeten nun eine Technik, um die Entwicklung des Erregers
in den Moskitos zu stoppen. Hat eine Mücke mit einer Blutmahlzeit
die Parasiten aufgenommen, durchbrechen deren verschiedene Entwicklungsstadien
die Darmwand des Insekts, vermehren sich in seiner Körperhöhle
und dringen schließlich in die Speicheldrüsen ein.
Vor einiger Zeit hatten die Forscher
ein kurzes Eiweißstück entdeckt, dass diese Schritte
unterbinden kann. Nun brachten sie das entsprechende Gen in Mücken
der Art Anopheles stephensi ein - samt spezieller Regulationsabschnitte,
die für das Ablesen des Gens nach einer Blutmahlzeit und
den Transport des Peptids in den Darm sorgen.
Danach ließen sie manipulierte
sowie nicht veränderte Mücken an einer Maus Blut saugen,
die mit dem Erreger Plasmodium berghei infiziert waren. Nach einiger
Zeit testeten sie, wie gut die Insekten den Erreger auf nicht-infizierte
Mäuse übertragen konnten.
In den Mücken mit dem neuen
Gen fanden sich durchschnittlich 80 Prozent weniger Oozysten und
deutlich verringerte Zahlen von Sporozoiten, den zwei Entwicklungsstadien
des Parasiten nach Durchbrechen der Darmwand bzw. nach der Vermehrung
in der Körperhöhle der Insekten.
In zwei von drei Experimenten
waren die genetisch veränderten Mücken nicht in der
Lage, den Malariaerreger auf weitere Mäuse zu übertragen,
im dritten Experiment lag die Übertragungsrate bei der Hälfte
des Kontrollwerts.
"Dies ist ein Beleg für
die Machbarkeit des Verfahrens und als solcher ein Meilenstein
der Malariaforschung", kommentieren Gareth Lycett und Fotis
Kafatos vom European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg,
in der gleichen Ausgabe der Zeitschrift.
Ebenso wie Jacobs-Lorena und seine
Kollegen betonen sie jedoch, dass noch viele Fragen der Klärung
harren. Beispielsweise müsse das Peptid erst noch zeigen,
dass es auch gegen Humanparasiten wirke, die von anderen Anopheles-Arten
übertragen werden. Vor allem müsse eine hundertprozentige
Blockade der Übertragung erreicht werden. Ansonsten könnten
die Parasiten sich schnell an die neuen Bedingungen anpassen.
"Was wir brauchen, ist ein
Angriff aus vielen Richtungen zugleich", so Jacobs-Lorena.
"Je mehr Waffen wir haben, desto effektiver wird unser Kampf
gegen die Malaria sein."
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