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Invasive Arten: Bakterien gegen Zebramuscheln
Im Kampf gegen die Zebramuscheln
hat ein amerikanischer Forscher unverhofft einen möglichen
Verbündeten gewonnen. Bestimmte Bakterien produzieren demnach
einen Giftstoff, der die Tiere abtötet.
(jkm) - Seit über zehn Jahren
hat Nordamerika mit einer Invasion von Zebramuscheln (Dreissena
polymorpha) zu kämpfen. Die auch als Wander- oder Dreikantmuscheln
bezeichneten Tiere stammen ursprünglich aus Europa und wurden
1989 erstmals auch in einem nordamerikanischen See nach der Stadt
Detroit entdeckt. Seitdem haben sie sich über das gesamte
System der Großen Seen ausgebreitet und sind über Missouri
und Mississippi bis an die Südküste der Vereinigten
Staaten vorgedrungen.
Mit ihren so genannten Byssusfäden
heften sich die Muscheln an beinahe jede erdenkliche feste Oberfläche.
Indem sie auf diese Weise Wassereinlässe von Kraftwerken
und Fabriken verstopfen und den Reibungswiderstand von Schiffen
erhöhen, verursachen sie jährlich Schäden in Millionenhöhe.
Herkömmliche Bekämpfungsmaßnahmen
wie Chlor oder Gifte schaden jedoch generell der Umwelt. Daher
suchen amerikanische Forscher und Behörden fieberhaft nach
einer Methode, die ausschließlich gegen die Eindringlinge
wirkt. Beispielsweise wurde im letzten Jahr vorgeschlagen, der
Muschelplage mit Radiowellen Herr zu werden.
Daniel Molloy vom New York State
Museum in Albany hat jetzt möglicherweise einen einzelligen
Verbündeten gefunden. Der Forscher untersuchte eine Reihe
von Bakterien darauf, ob sie Zebramuscheln beeinflussen. Wie er
auf der Hauptversammlung der "American Society for Microbiology"
in Salt Lake City, Utah, berichtet, kann ein bestimmter Stamm
des Bakteriums Pseudomonas fluorescens die Tiere abtöten.
Dabei scheinen die Bakterien lediglich Zebramuscheln zu schädigen.
Weitere Tests zeigten, dass die
Bakterien die Mitteldarmdrüse der Muscheln angreifen und
dass sogar tote Bakterien diese Wirkung haben. Dies deutet darauf
hin, dass der Effekt auf einen von den Bakterien produzierten
Giftstoff zurückgeht. Der nächste Schritt ist jetzt,
den Giftstoff zu isolieren und zu charakterisieren.
Sollte es sich dabei um ein Protein
handeln und dieses tatsächlich nur auf Zebramuscheln wirken,
könnte man es beispielsweise von Hefezellen in großen
Mengen herstellen lassen und in die Gewässer einbringen.
Um die Muschel in Nordamerika vollständig auszurotten, wären
allerdings wahrhaft gigantische Mengen des Toxins nötig.
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