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- 22.05.2002 -


 

Invasive Arten: Bakterien gegen Zebramuscheln

Im Kampf gegen die Zebramuscheln hat ein amerikanischer Forscher unverhofft einen möglichen Verbündeten gewonnen. Bestimmte Bakterien produzieren demnach einen Giftstoff, der die Tiere abtötet.

(jkm) - Seit über zehn Jahren hat Nordamerika mit einer Invasion von Zebramuscheln (Dreissena polymorpha) zu kämpfen. Die auch als Wander- oder Dreikantmuscheln bezeichneten Tiere stammen ursprünglich aus Europa und wurden 1989 erstmals auch in einem nordamerikanischen See nach der Stadt Detroit entdeckt. Seitdem haben sie sich über das gesamte System der Großen Seen ausgebreitet und sind über Missouri und Mississippi bis an die Südküste der Vereinigten Staaten vorgedrungen.

Mit ihren so genannten Byssusfäden heften sich die Muscheln an beinahe jede erdenkliche feste Oberfläche. Indem sie auf diese Weise Wassereinlässe von Kraftwerken und Fabriken verstopfen und den Reibungswiderstand von Schiffen erhöhen, verursachen sie jährlich Schäden in Millionenhöhe.

Herkömmliche Bekämpfungsmaßnahmen wie Chlor oder Gifte schaden jedoch generell der Umwelt. Daher suchen amerikanische Forscher und Behörden fieberhaft nach einer Methode, die ausschließlich gegen die Eindringlinge wirkt. Beispielsweise wurde im letzten Jahr vorgeschlagen, der Muschelplage mit Radiowellen Herr zu werden.

Daniel Molloy vom New York State Museum in Albany hat jetzt möglicherweise einen einzelligen Verbündeten gefunden. Der Forscher untersuchte eine Reihe von Bakterien darauf, ob sie Zebramuscheln beeinflussen. Wie er auf der Hauptversammlung der "American Society for Microbiology" in Salt Lake City, Utah, berichtet, kann ein bestimmter Stamm des Bakteriums Pseudomonas fluorescens die Tiere abtöten. Dabei scheinen die Bakterien lediglich Zebramuscheln zu schädigen.

Weitere Tests zeigten, dass die Bakterien die Mitteldarmdrüse der Muscheln angreifen und dass sogar tote Bakterien diese Wirkung haben. Dies deutet darauf hin, dass der Effekt auf einen von den Bakterien produzierten Giftstoff zurückgeht. Der nächste Schritt ist jetzt, den Giftstoff zu isolieren und zu charakterisieren.

Sollte es sich dabei um ein Protein handeln und dieses tatsächlich nur auf Zebramuscheln wirken, könnte man es beispielsweise von Hefezellen in großen Mengen herstellen lassen und in die Gewässer einbringen. Um die Muschel in Nordamerika vollständig auszurotten, wären allerdings wahrhaft gigantische Mengen des Toxins nötig.

 Mehr Informationen:

The Zebra Mussel Page

vista verde: Neozoen (Invasive Arten)

 

 

 

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