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- 22.05.2002 -

 

Pflanzenschutz: Gen gegen die Kartoffelfäule isoliert

Max-Planck-Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, aus Kartoffeln ein Gen zu isolieren, das die Pflanzen widerstandsfähig gegenüber einer bestimmten Variante des Erregers der Kartoffelfäule macht.

(jkm) - Die Kraut- und Knollenfäule beschert Kartoffelbauern jährliche Ertragsverluste von zwei bis drei Milliarden Euro. Verursacht wird die Fäule durch den Schadpilz Phytophthora infestans. Er kann sowohl Blätter und Stängel als auch die Knollen vollständig zerstören.

Biologen hoffen, die Kartoffeln durch gentechnische Eingriffe widerstandsfähiger machen zu können. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln liefern dazu jetzt die Voraussetzungen: Die Gruppe um Christiane Gebhardt hat das so genannte Resistenz-Gen R1 isolieren können.

Das Gen R1 lässt die Pflanze gegen eine bestimmte Variante des Erregers immun werden. Die Forscher konnten das Gen auf dem fünften von zwölf Chromosomen der Kartoffel aufspüren und isolieren. In seinem molekularen Aufbau ähnelt das Gen anderen, bereits bekannten pflanzlichen Abwehr-Genen gegen Viren, Bakterien oder Fadenwürmer.

Das R1-Gen bildet ein Protein von etwa 1300 Aminosäuren, das in Pflanzenzellen eine so genannte hypersensitive Reaktion auslöst. Das Protein hat die Funktion eines Alarmsignals, falls eine Pilzspore versucht, in eine Pflanzenzelle einzudringen. Daraufhin werden Abwehrreaktionen in Gang gesetzt, die die Ausbreitung des Pilzes erschweren.

Besonders bedeutsam ist, dass das R1-Gen in einem so genannten "Hot Spot" für Krankheitsabwehr liegt, schreiben die Forscher in "The Plant Journal". Neben Genen für Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule finden sich im "Hot Spot" auch Gene zur Abwehr von Würmern und Viren. Aufgrund der Häufung nimmt man an, dass diese Abwehr-Gene Mitglieder eines "Familienclans" sind, also mehr oder weniger miteinander verwandt.

Welche und wie viele Gene an der quantitativen Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule beteiligt sind, weiß man bisher nicht. Da die meisten Abwehr-Gene strukturell ähnlich sind, hat das Kölner Team aber mit dem R1-Gen eine Art Prototyp in der Hand, mit dem sich weitere Gene aufspüren lassen.

Auf diese Weise werde es möglich, die Abwehr-Eigenschaft der Kartoffel zu verstehen und für die Entwicklung neuer Sorten zu nutzen, hoffen die Forscher.


© Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung

Kraut- und Knollenfäule: Das infizierte Kartoffelblatt ist von einem dichten weißen Geflecht (Mycel) des Pilzes Phytophthora infestans überzogen, das auch das Innere des Pflanzengewebes befällt und zerstört.

 

 Mehr Informationen:

Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung

Max-Planck-Gesellschaft

 

 

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