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Viren: Aufschub für die Pocken
Die für Ende dieses Jahres
angesetzte Vernichtung der letzten Pocken-Viren wurde von der
Weltgesundheits- versammlung in Genf aufgeschoben. Angesichts
möglicher Anschläge mit Biowaffen soll der Forschung
so mehr Zeit für die Entwicklung von Gegenmitteln verschafft
werden.
(jkm) - Das höchste Entscheidungsgremium
der Weltgesundheitsorganisation folgt damit einer Empfehlung von
WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland. Diese wiederum stützt
sich auf die Berichte einer 1999 eingesetzten Expertenkommission,
die den Fortschritt bei der Erforschung der Viren verfolgen und
gegebenenfalls eine Verschiebung des Vernichtungstermins vorschlagen
sollte.
Der Kommission zufolge sind vor
allem die Arbeiten an einer sicheren und empfindlichen Detektionsmethode,
einem Tiermodell für die Krankheit und an verbesserten Impfstoffen
vielversprechend. Für einen erfolgreichen Abschluss dieser
Studien sei aber mehr Zeit nötig.
Ein neuer Termin für die
endgültige Ausrottung der Pocken wird nicht genannt. Die
neue Resolution betont jedoch, der Aufschub diene "zur Ermöglichung
weiterer internationaler Forschung, unter der Voraussetzung, dass
diese Arbeiten schnellstmöglich abgeschlossen werden."
Seit die Welt im Jahr 1980 für
"pockenfrei" erklärt wurde, werden die letzten
Bestände der Variola-Viren in zwei Forschungslaboratorien
in den Vereinigten Staaten und in Russland für Forschungszwecke
aufbewahrt. In der letzten Zeit hatte es immer wieder Diskussionen
darüber gegeben, ob und wann diese Bestände vernichtet
werden sollten.
"Für die Wissenschaftler
sind das gute Neuigkeiten", so Antonio Alcami von der Universität
Cambridge gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Science".
Vielversprechende Vakzine oder Medikamente könnten nun weiterhin
an ihrem Zielobjekt getestet werden.
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