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- 15.05.2002 -


 

Klonen: Einzelnes Gen erklärt Fehlschläge

Klonversuche mit Säugetieren sind selten erfolgreich. Ein US-Forscherteam hat jetzt eine mögliche Fehlerquelle für die Klon-Probleme entdeckt. Versuche zum Klonen von Menschen erscheinen danach mehr als fragwürdig.

(jkm) - Die Erfolgsmeldungen über geklonte Schafe, Rinder oder Katzen lassen leicht vergessen, dass über 97 Prozent aller Klon- Embryonen noch im Mutterleib absterben. Selbst die Überlebenden - wie etwa das Schaf "Dolly" - entwickeln schon in frühen Jahren schwere Krankheiten.

Amerikanische Forscher konnten nun zeigen, dass schon die fehlerhafte Aktivität eines einzigen Gens ausreicht, um diese Fehlschläge zu erklären. Ihre Resultate lassen Versuche zum Klonen von Menschen mehr als fragwürdig erscheinen.

Beim Klonen wird der Zellkern einer ausdifferenzierten Körperzelle in eine entkernte Eizelle übertragen. Durch Faktoren im Plasma der Eizelle muss die Spender-DNA dann derart umprogrammiert werden, dass aus dem Konstrukt ein Embryo heranwachsen kann.

Hans Schöler von der University of Pennsylvania und seine Kollegen untersuchten nun, wie gut diese Programmierung gelingt. Dazu verfolgten sie die Aktivität des Gens Oct4 in geklonten Mäuseembryonen.

Oct4 ist ausschließlich in embryonalen Zellen und in Keimzellen aktiv, in normalen Körperzellen dagegen nicht. Und selbst im Embryo ist seine Aktivität strikt reguliert: Lediglich in der inneren Zellmasse eines frühen Embryos, aus der sich später die Körpergewebe des Fötus entwickeln, wird das Gen ablesen. Aufgrund dieser strengen Regulierung eignet es sich, um bei Klonen die Umprogrammierung der Spender-DNA zu überprüfen.

Wie Schöler und seine Kollegen im Fachblatt "Genes & Development" berichten, war das Gen bei 11 Prozent der Klone überhaupt nicht aktiv, bei 54 Prozent wurde es dagegen auch außerhalb der inneren Zellmasse abgelesen.

Und selbst von jenen 34 Prozent, bei denen das räumliche Muster stimmte, produzierten viele von ihnen zu viel oder zu wenig von dem zugehörigen Protein. Ein Test in einer speziellen Zellkultur, die die Bedingungen in einer Gebärmutter imitiert, zeigte, dass das Entwicklungspotenzial dieser Embryonen deutlich reduziert war.

Nach Ansicht von Schöler und seinen Kollegen belegen die Resultate, dass die Umprogrammierung der Spender-DNA häufig versagt. "Zu Beginn der Studie dachten wir, dass die fehlerhafte Expression von Oct4 einen Teil der Klon-Fehlschläge erklären könnte", so der Forscher.

"Die große Überraschung war, dass schon Oct4 allein die meisten der Misserfolge erklären kann, obwohl Oct4 vermutlich nur eines von vielen Genen ist, die zum Absterben geklonter Embryonen führen."

Nach eigenen Angaben hat der italienische Arzt Severino Antinori bereits mehreren Frauen geklonte Embryonen eingepflanzt. "Antinori hat gesagt, dass er ausschließlich gute Embryonen für das Klonen von Menschen auswählen kann", so Schöler gegenüber dem Magazin "New Scientist".

Auch die Mäuseembryonen sähen teilweise sehr gut aus. "Aber sie sind tickende Zeitbomben."


©
College of Veterinary Medicine, Texas A&M University

Klonkatze 'Cc' war der einzige lebensfähige Organismus aus 87 Versuchen.

 

 Mehr Informationen:

New Scientist

Quarks & Co: Gene und Klonen - einfach erklärt

vista verde: Gentechnik

 

 

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