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Klonen: Einzelnes Gen erklärt Fehlschläge
Klonversuche mit Säugetieren
sind selten erfolgreich. Ein US-Forscherteam hat jetzt eine mögliche
Fehlerquelle für die Klon-Probleme entdeckt. Versuche zum
Klonen von Menschen erscheinen danach mehr als fragwürdig.
(jkm) - Die Erfolgsmeldungen über
geklonte Schafe, Rinder oder Katzen lassen leicht vergessen, dass
über 97 Prozent aller Klon- Embryonen noch im Mutterleib
absterben. Selbst die Überlebenden - wie etwa das Schaf "Dolly"
- entwickeln schon in frühen Jahren schwere Krankheiten.
Amerikanische Forscher konnten
nun zeigen, dass schon die fehlerhafte Aktivität eines einzigen
Gens ausreicht, um diese Fehlschläge zu erklären. Ihre
Resultate lassen Versuche zum Klonen von Menschen mehr als fragwürdig
erscheinen.
Beim Klonen wird der Zellkern
einer ausdifferenzierten Körperzelle in eine entkernte Eizelle
übertragen. Durch Faktoren im Plasma der Eizelle muss die
Spender-DNA dann derart umprogrammiert werden, dass aus dem Konstrukt
ein Embryo heranwachsen kann.
Hans Schöler von der University
of Pennsylvania und seine Kollegen untersuchten nun, wie gut diese
Programmierung gelingt. Dazu verfolgten sie die Aktivität
des Gens Oct4 in geklonten Mäuseembryonen.
Oct4 ist ausschließlich
in embryonalen Zellen und in Keimzellen aktiv, in normalen Körperzellen
dagegen nicht. Und selbst im Embryo ist seine Aktivität strikt
reguliert: Lediglich in der inneren Zellmasse eines frühen
Embryos, aus der sich später die Körpergewebe des Fötus
entwickeln, wird das Gen ablesen. Aufgrund dieser strengen Regulierung
eignet es sich, um bei Klonen die Umprogrammierung der Spender-DNA
zu überprüfen.
Wie Schöler und seine Kollegen
im Fachblatt "Genes & Development" berichten, war
das Gen bei 11 Prozent der Klone überhaupt nicht aktiv, bei
54 Prozent wurde es dagegen auch außerhalb der inneren Zellmasse
abgelesen.
Und selbst von jenen 34 Prozent,
bei denen das räumliche Muster stimmte, produzierten viele
von ihnen zu viel oder zu wenig von dem zugehörigen Protein.
Ein Test in einer speziellen Zellkultur, die die Bedingungen in
einer Gebärmutter imitiert, zeigte, dass das Entwicklungspotenzial
dieser Embryonen deutlich reduziert war.
Nach Ansicht von Schöler
und seinen Kollegen belegen die Resultate, dass die Umprogrammierung
der Spender-DNA häufig versagt. "Zu Beginn der Studie
dachten wir, dass die fehlerhafte Expression von Oct4 einen Teil
der Klon-Fehlschläge erklären könnte", so
der Forscher.
"Die große Überraschung
war, dass schon Oct4 allein die meisten der Misserfolge erklären
kann, obwohl Oct4 vermutlich nur eines von vielen Genen ist, die
zum Absterben geklonter Embryonen führen."
Nach eigenen Angaben hat der italienische
Arzt Severino Antinori bereits mehreren Frauen geklonte Embryonen
eingepflanzt. "Antinori hat gesagt, dass er ausschließlich
gute Embryonen für das Klonen von Menschen auswählen
kann", so Schöler gegenüber dem Magazin "New
Scientist".
Auch die Mäuseembryonen sähen
teilweise sehr gut aus. "Aber sie sind tickende Zeitbomben."
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