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Lebensmittel: Süßholzraspeln
gegen Bakterien
Lebensmittel könnten künftig
mit einem Süßholz-Extrakt haltbar gemacht werden, glauben
japanische Forscher. Denn eine aus Süßholz-Wurzeln
extrahierte Substanz hemmt das Wachstum zahlreicher Lebensmittelbakterien.
(jkm) - Lakritze verdankt ihren
Geschmack der Süßholzpflanze Glycyrrhiza glabra. Neben
Aromastoffen enthalten die Wurzelstöcke der Pflanze aber
auch zahlreiche pharmakologisch wirksamer Substanzen, weswegen
sie in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrtausenden
eine wichtige Rolle spielt und seit einiger Zeit auch von der
westlichen Schulmedizin untersucht wird.
Das Team um Makio Kobayashi von
der Firma Higashimaru Shoyu im japanischen Tatsuno konzentrierte
sich nun auf eine dieser Substanzen, das Licochalcon A. Die Forscher
isolierten den Wirkstoff aus den Wurzelstöcken einer nahen
Verwandten der eigentlichen Süßholzpflanze, Glycyrrhiza
inflata. Dann testeten sie Licochalcon A gegen 17 Einzeller, die
häufig in Lebensmitteln anzutreffen sind.
Wie sie im Fachblatt "Antimicrobial
Agents And Chemotherapy" berichten, zeigte die Substanz gegen
eukaryontische Einzeller, Pilze und so genannte gram-negative
Bakterien kaum Wirkung.
Dagegen unterdrückte Licochalcon
A schon in geringen Konzentrationen von wenigen Mikrogramm pro
Milliliter das Wachstum von gram-positiven Bakterien, so genannt
wegen ihrer besonders dicken und gut anfärbbaren Zellwand.
Insbesondere Bakterien der Gattung
Bacillus, beispielsweise der für seine Toxine berüchtigte
Bacillus cereus, erwiesen sich als besonders empfindlich gegenüber
der Substanz.
Hohe Temperaturen von bis zu 121
Grad Celsius konnten der Substanz nichts anhaben, berichten Kobayashi
und seine Kollegen. Zudem war sie auch bei hohen Salzgehalten
wirksam und widerstand bakteriellen Enzymen.
"Daher könnte Licochalcon
A sich für die Entwicklung antibakterieller Agenzien für
die Haltbarmachung von stark salz- und proteasehaltigen Lebensmitteln
erweisen", schreiben die Forscher.
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