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Fossilien: Wie der Wal schwimmen lernte
An Veränderungen im Innenohr
prähistorischer Wale glauben britische Forscher nachweisen
zu können, dass die Meeressäuger sich relativ schnell
zu guten Schwimmern entwickelten.
(jkm) - Dass Wale von Landtieren
abstammen, ist seit langem bekannt. Vermutlich handelt es sich
bei den Vorläufern der Wale um Huftiere, die im Tertiär
vor rund 40 bis 50 Millionen Jahren das Landleben aufgaben.
Einmal auf den Geschmack gekommen,
entwickelten sich die Säuger sehr schnell zu guten Schwimmern,
sagen britische Forscher. Sie glauben, an Wal-Fossilien eine rasante
Evolution nachweisen zu können.
Die These stützt sich im
wesentlich auf die Veränderung von Bogengängen im Innenohr.
Diese spielen sowohl für das Hören als auch für
den Gleichgewichtssinn bei Mensch und Säugetier eine wichtige
Rolle. Bei Walen sind die Bogengänge in kurzer Zeit schnell
geschrumpft.

© J.G.M.
Thewissen/NSF
Rekonstruierte
Skelette von einem 50 Millionen Jahre alten, frühen
landlebenden Vorfahren der Wale (l.) und von einem 40
Millionen Jahre alten, im Wasser lebenden Wal (r.). Die
Gänge im Innenohr waren bei dem älteren Tier
noch von normaler Größe, während der jüngere
Wal bereits wesentlich kleinere Bogengänge besaß
wie sie für alle modernen Wale und Delfine typisch
sind.
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Im Vergleich zu den übrigen
Körperproportionen müssten die Gänge im Innenohr
eigentlich dreimal so groß sein, um dem gleichen Organ bei
anderen Säuger zu entsprechen. Das berichtet Fred Spoor vom
University College London zusammen mit indischen und amerikanischen
Kollegen im Magazin "Nature".
Die Forscher verglichen die Bogengänge
von 24 Walarten mit 106 anderen Säugetieren. Demnach ist
das Organ beim Blauwal kleiner als beim Menschen, beim Delphin
kleiner als bei der Ratte.
An Fossilien sei erkennbar, dass
schon bei frühen Walen das Innenohr stark zurückgegangen
sei, sagt Spoor. Dieser Wandel habe sich in nur fünf Millionen
Jahren vollzogen - aus Sicht der Evolution ein relativ kurzer
Zeitraum.
Die Forscher glauben, der Gleichgewichtssinn
sei dadurch schnell unempfindlich geworden. Erst diese Desensibilisierung
habe es dem Meeressäuger ermöglicht, ohne Schwindelgefühl
auf kurvenreichen Bahnen durch die Ozeane zu ziehen.
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