vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -  W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 09.05.2002 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Fossilien: Wie der Wal schwimmen lernte

An Veränderungen im Innenohr prähistorischer Wale glauben britische Forscher nachweisen zu können, dass die Meeressäuger sich relativ schnell zu guten Schwimmern entwickelten.

(jkm) - Dass Wale von Landtieren abstammen, ist seit langem bekannt. Vermutlich handelt es sich bei den Vorläufern der Wale um Huftiere, die im Tertiär vor rund 40 bis 50 Millionen Jahren das Landleben aufgaben.

Einmal auf den Geschmack gekommen, entwickelten sich die Säuger sehr schnell zu guten Schwimmern, sagen britische Forscher. Sie glauben, an Wal-Fossilien eine rasante Evolution nachweisen zu können.

Die These stützt sich im wesentlich auf die Veränderung von Bogengängen im Innenohr. Diese spielen sowohl für das Hören als auch für den Gleichgewichtssinn bei Mensch und Säugetier eine wichtige Rolle. Bei Walen sind die Bogengänge in kurzer Zeit schnell geschrumpft.

 


©
J.G.M. Thewissen/NSF

Rekonstruierte Skelette von einem 50 Millionen Jahre alten, frühen landlebenden Vorfahren der Wale (l.) und von einem 40 Millionen Jahre alten, im Wasser lebenden Wal (r.). Die Gänge im Innenohr waren bei dem älteren Tier noch von normaler Größe, während der jüngere Wal bereits wesentlich kleinere Bogengänge besaß wie sie für alle modernen Wale und Delfine typisch sind.

 

Im Vergleich zu den übrigen Körperproportionen müssten die Gänge im Innenohr eigentlich dreimal so groß sein, um dem gleichen Organ bei anderen Säuger zu entsprechen. Das berichtet Fred Spoor vom University College London zusammen mit indischen und amerikanischen Kollegen im Magazin "Nature".

Die Forscher verglichen die Bogengänge von 24 Walarten mit 106 anderen Säugetieren. Demnach ist das Organ beim Blauwal kleiner als beim Menschen, beim Delphin kleiner als bei der Ratte.

An Fossilien sei erkennbar, dass schon bei frühen Walen das Innenohr stark zurückgegangen sei, sagt Spoor. Dieser Wandel habe sich in nur fünf Millionen Jahren vollzogen - aus Sicht der Evolution ein relativ kurzer Zeitraum.

Die Forscher glauben, der Gleichgewichtssinn sei dadurch schnell unempfindlich geworden. Erst diese Desensibilisierung habe es dem Meeressäuger ermöglicht, ohne Schwindelgefühl auf kurvenreichen Bahnen durch die Ozeane zu ziehen.

 Mehr Informationen:

National Science Foundation

 

 Lesen Sie auch:

Fossilienfund: "Mutter der Kletterer"

Asien: Die Wiege der Säugetiere

Klimaumschwung: Erster El Niño vor 5000 Jahren

Fossilien: Das Klima in den Knochen

Studie: Unterwassertests der US-Navy verantwortlich für Wal-Sterben

 

 

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung